Chronik | Welt
18.05.2017

Tödlicher Schuss auf Afroamerikaner: Polizistin freigesprochen

Das Opfer war wegen einer Panne mit seinem Auto liegengeblieben und hatte keine Waffe. Die Polizistin argumentierte, er hätte Anweisungen missachtet.

Ein US-Gericht in Tusla im Bundesstaat Oklahoma hat eine wegen eines tödlichen Schusses auf einen unbewaffneten Afroamerikaner angeklagte weiße Polizistin freigesprochen. Wie der örtliche Fernsehsender KFOR-TV berichtete, beriet die Jury neun Stunden lang, bevor ihr Urteil feststand.

Betty S. hatte den 40-jährigen Terence C. erschossen, der nach einer Panne mit seinem Auto in Tulsa liegengeblieben war. Sie war wegen Totschlags angeklagt.

Laut Staatsanwaltschaft machte das Opfer keine aggressiven Bewegungen. Die Verteidigung der Polizistin argumentierte dagegen, C. habe Anweisungen missachtet. Die Angeklagte sagte aus, sie habe gedacht, dass dieser zu einer Waffe in seinem Wagen greifen würde. Die offiziellen Untersuchungen ergaben später jedoch, dass er keine Waffe besaß.

Auf den Aufnahmen einer in einem Auto angebrachten sogenannte Dashboard-Kamera war zu sehen, wie C. mit erhobenen Händen am Auto lehnt. Dann traf ihn ein Schuss in die Brust.

In den USA gab es in den vergangenen Jahren wiederholt tödliche Fälle von Polizeigewalt gegen unbewaffnete Afroamerikaner. Diese sorgten für Empörung und Aufruhr vor allem in der afroamerikanischen Bevölkerung. Oklahomas Gouverneurin Mary Fallin (Republikaner) rief nach dem Freispruch zur Ruhe auf. Sie bat die Bürger, das Urteil der Jury zu akzeptieren.