Die US-Botschaft in Havanna wird erst im August offiziell eröffnet, wenn John Kerry nach Kuba kommt

© APA/EPA/Ernesto Mastrascusa

Annäherung
07/20/2015

Kubanische Flagge gehisst

USA und Kuba haben diplomatische Beziehungen wieder aufgenommen.

Kubas Flagge hängt seit Montag zwischen Kroatien und Zypern in der Marmorhalle des US-Außenministeriums. In alphabetischer Reihenfolge sind da alle Staaten repräsentiert, mit denen die USA diplomatische Verbindungen haben. Nach mehr als 50 Jahren Eiszeit haben die Vertretungen beider Länder wieder Botschaftsstatus.

Vor der herrschaftlichen kubanischen Botschaft in Washington D.C., die sich nur drei Kilometer vom Weißen Haus entfernt befindet, schwenkten bereits am frühen Morgen Exil-Kubaner ihre Fähnchen, bis die Flagge im Beisein des kubanischen Außenministers Bruno Rodriguez vor 500 geladenen Gästen gehisst wurde. Es ist der erste offizielle Besuch eines kubanischen Außenministers in den USA seit der kubanischen Revolution 1959.

Der umgekehrte Staatsakt in Havanna wird erst im August stattfinden, wenn US-Außenminister John Kerry nach Kuba fährt. "Wir wollen, dass der Minister bei diesen wichtigen Ereignissen anwesend ist", hieß es.

Das sechsstöckige Gebäude in Havanna, mit schmalen hohen Fenstern wie Schießscharten in bester Lage an der berühmten Uferpromenade Malecón gelegen, wurde 1953 gebaut und ist bis heute für viele Kubaner ein Anziehungspunkt. Denn hierher kamen alle, die gehen wollten. Der kleine Park des "letzten Seufzers" liegt zwischen einem Beerdigungsinstitut und der amerikanischen Interessenvertretung, wo Visa ausgegeben wurden – oder auch nicht.

Im Jänner lockerte Präsident Barack Obama einige Reise- und Handelsbeschränkungen. Kuba drängt auf die Aufhebung des Handelsembargos, doch der muss der US-Kongress zustimmen. Die Republikaner, die im Senat und im Repräsentantenhaus die Mehrheit haben, sind aber strikt gegen eine Annäherung an Kuba. Auf CNN sprach der Sohn kubanischer Einwanderer von der Anerkennung einer "antiamerikanischen, kommunistischen Tyrannei". Und Präsidentschaftbewerber Marc Rubio kündigte an, im Fall seiner Wahl die diplomatischen Beziehungen wieder abzubrechen.

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