FILE - In this Aug. 23, 2011 file Defense Video & Imagery Distribution System photo, Staff Sgt. Robert Bales participates in an exercise at the National Training Center at Fort Irwin, Calif. A military jury decides Friday, Aug. 23, 2013, whether Bales should go to jail for life or have a chance at parole after admitting to killing 16 civilians in Afghanistan. Many in Afghanistan are livid that Staff Sgt. Robert Bales escaped the death penalty with a guilty plea. (AP Photo/DVIDS, Spc. Ryan Hallock, File)

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Urteil für Massenmörder
08/23/2013

„Ich weiß, dass Sorry nicht reicht“

Jener US-Soldat, der in einem afghanischen Dorf Dutzende Zivilisten tötete, ist zu lebenslanger Haft ohne Bewährung verurteilt worden.

Eigentlich, rang er vor dem Militärgericht verzweifelt um eine Erklärung, sei er vor allem auf sich selbst wütend gewesen: Auf seinen sinnlosen Zorn, seine Flucht in den Alkohol, seine Unfähigkeit über Probleme zu reden. Doch Robert Bales ließ diese Wut nicht an sich selbst aus, sondern an mehr als einem Dutzend unschuldiger Menschen: In einem Dorf im Süden Afghanistans. Dort war der 39-jährige GI im März des Vorjahres Amok gelaufen, hatte mit seiner Maschinenpistole wahllos um sich gefeuert und dabei 16 Menschen getötet – die meisten davon Frauen und Kinder.

Wegen der Ermordung von 16 afghanischen Zivilisten ist er jetzt zu lebenslanger Haft ohne Bewährung verurteilt worden. Ein Militärgericht in der Nähe von Seattle legte am Freitag das Strafmaß für Robert Bales fest.

„Akt der Feigheit“

Auf BalesVerbrechen steht eigentlich die Todesstrafe, und die hatte die Anklage vor dem Militärgericht in einer Armeebasis an der US-Westküste gefordert. Der Familienvater hatte sich daraufhin im Juni vor dem Gericht für seine Tat entschuldigt: „Es tut mir wirklich, wirklich leid, aber ich weiß, das sorry nicht reicht. Wenn ich es könnte, würde ich alles tun, um diesen Menschen ihre Familienmitglieder zurückzugeben.“

Die Tat sei ein „Akt der Feigheit“ gewesen: „Ich war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr als ein Bündel aus Angst und Waghalsigkeit“. Er habe, so schilderte Bales seinen Zustand, damals viel zu viel Alkohol und Drogen konsumiert. Es war sein vierter Kampfeinsatz in einem Krisengebiet.

Doch das Gericht hatte in den letzten Wochen nicht nur Bales Entschuldigung zu hören bekommen, sondern auch die Berichte von Augenzeugen über seine Gräueltaten. Neun Bewohner aus dem Dorf, die von der US-Armee eigens eingeflogen worden waren, traten als Zeugen auf, erzählten über den Amoklauf und wie er ihr Leben von Grund auf verändert habe. Einer von ihnen, Bales hatte seine sechs Kinder und seine Ehefrau getötet, brachte vor Gericht nur hervor, dass er „zerstört“ sei.

Für den Soldaten traten ebenfalls mehrere Zeugen auf, Kameraden, aber auch ehemalige Freunde und Schulkollegen. Sie alle beschrieben Bales als großartigen Charakter , als verlässliche Führungsfigur und als perfekten Familienvater. „Ich habe nie einen besseren Vater erlebt“, erzählte Bales’ Bruder: „Wenn sie seine Kinder jetzt hier hereinholen würden, würden sie sofort zu ihm hinlaufen.“

Die Anklage aber hatte ein Beweisstück parat, das den angeblich so netten Familienmenschen Bales in ein ganz anderes Licht rückte: Ein Telefongespräch, das er mit seiner Frau aus dem Gefängnis führte. Darin schildert er lachend seine Bluttaten in dem afghanischen Dorf.

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