© KURIER/Franz Gruber

UN-Kinderhilfswerk
03/21/2017

UNICEF beklagt Situation in deutschen Flüchtlingsunterkünften

Jugendliche sind oft Gewalt ausgesetzt und gehen selten in die Schule.

Das UN-Kinderhilfswerk UNICEF kritisiert den Umgang mit minderjährigen Flüchtlingen in Deutschland. Viele von ihnen seien zu lange in Unterkünften untergebracht, die keineswegs kindgerecht seien, sagte UNICEF-Deutschland-Geschäftsführer Christian Schneider am Dienstag bei der Vorstellung einer Studie in Berlin.

In vielen Gemeinschaftsunterkünften sei ihr Leben von "Tristesse und langem Warten" geprägt. Sie seien dort häufig Zeugen von Gewalt und Auseinandersetzungen, auch die Minderjährigen selbst seien zu wenig vor Übergriffen geschützt.

Nur jeder Dritte geht in Schule

Aus der Befragung der Flüchtlinge ging auch hervor, dass lediglich ein knappes Drittel der Flüchtlingskinder in Erstaufnahmeeinrichtungen die Schule besuche, wie Adam Naber vom Bundesfachverband für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge erläuterte. In vielen Bundesländern hängt die Schulpflicht davon ab, ob das Kind in einer Erstaufnahmeeinrichtung oder einer Einzelunterkunft lebt.

Familien mit Kindern sollten so kurz wie möglich in Gemeinschaftseinrichtungen untergebracht werden, sagte Schneider. "Der Ausnahmezustand darf nicht zur Normalität werden." In diesem Zusammenhang kritisierte er das Gesetzesvorhaben der Bundesregierung, die mögliche Verweildauer von Flüchtlingen ohne Bleibeperspektive in Gemeinschaftsunterkünfte über die bisher geltenden sechs Monate hinaus zu verlängern. Über die geplante Maßnahme, die zum Gesetzespaket zur besseren Durchsetzung der Ausreisepflicht gehört, berät der Bundestag am Donnerstag erstmals.

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