Chronik | Weltchronik
02.12.2016

Unglücksairline wurde Lizenz entzogen

Das Wrack der Maschine am Absturzort © Bild: APA/AFP/STR/RAUL ARBOLEDA

Zu wenig Sprit durch falschen Zeitplan. UEFA bittet weltweit um Schweigeminute vor jedem Spiel.

Der Charterfluggesellschaft LaMia wurde die Lizenz entzogen. Der Unglücksflug nach Medellin war mit 4:22 Stunden zu knapp berechnet worden. Nur für diese Zeit reichten die Treibstoffvorräte. Am Montag kamen 71 Menschen beim Absturz in der Warteschleife zur Landung ums Leben, weil der Sprit ausgegangen war. Unter den Toten ist fast die gesamte brasilianische Fußballmannschaft Chapecoense, die zum Finalhinspiel um den Südamerika-Cup nach Medellin fliegen wollte. Sie starben, weil der Pilot, der selbst ums Leben kam und Mitbesitzer der Fluggesellschaft war, vermutlich aus Sparsamkeit zu wenig getankt hatte. Nur sechs Menschen überlebten.

Auf unangenehme Fragen muss sich jetzt die bolivianische Luftfahrtbehörde einstellen, denn der zu knappe Flugplan wurde am Flughafen von Santa Cruz abgenommen. Dort hätte auffallen müssen, dass kein Zeitpuffer eingeplant war, jede Maschine muss soviel Kerosin getankt haben, dass sie einen Ausweichflughafen anfliegen kann.

Messis Glück

Erst vor drei Wochen reiste Lionel Messi mit der argentinischen Nationalmannschaft in der nun abgestürzten Maschine vom Typ Avro RJ85.

Die brasilianische Luftwaffe begann am Freitag mit der Überführung der ersten Leichen. Die UEFA forderte am Freitag alle Fußballclubs weltweit dazu auf, bei den Spielen an diesem Wochenende mit Trauerflor aufzulaufen. Vor jedem Spiel soll es im Gedenken an die Absturzopfer eine Trauerminute geben.