Vermummte beim Angriff auf das Hotel in Lwiw

© APA/AFP/YURIY DYACHYSHYN

Ukraine
03/19/2016

Rechtsextreme griffen Treffen von Homosexuellen an

In Lwiw wurden trotz Polizeiaufgebots Rauchgranaten und Steine geworfen.

Im Westen der Ukraine haben knapp 200 Rechtsextreme ein Hotel angegriffen, in dem eine Veranstaltung fĂŒr die Rechte von Homosexuellen abgehalten wurde. Als ein paar Dutzend Homosexuelle das Hotel in Lwiw verließen, warfen die Rechtsextremen Rauchgranaten und Steine.

Auch Feuerwerkskörper und grĂŒne Farbe flogen auf die Teilnehmer und fĂŒr sie bereitstehende Busse. Die teilweise vermummten Angreifer ließen sich auch von einem großen Polizeiaufgebot nicht abschrecken. Mindestens ein Passant wurde durch die Wurfgeschosse am Bein verletzt. Außerdem gingen die Scheiben mehrerer Autos zu Bruch.

GesprÀche statt Verhaftungen

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International erklĂ€rte, dies sei nicht der erste Angriff auf Homo- und Transsexuelle in der Ukraine. Diese "homophobe Gewalt" sei darauf zurĂŒckzufĂŒhren, dass die TĂ€ter straffrei blieben und die Behörden nicht angemessen reagierten, erklĂ€rte die Amnesty-Chefin in der Ukraine, Tetjana Masur. Die Polizei teilte laut örtlichen Medien mit, dass keiner der Angreifer festgenommen worden sei. Die Beamten hĂ€tten aber pĂ€dagogische "GesprĂ€che" mit ihnen gefĂŒhrt.

"Provokation und Zeichen eines teuflischen Krieges"

Lwiw ist eine Hochburg der Nationalisten. Die attackierte Veranstaltung hatte schon im Voraus fĂŒr Kontroversen gesorgt. In einem Schreiben an die Stadtverwaltung hatte die griechisch-katholische Kirche der Ukraine die Veranstaltung als "Provokation und Zeichen eines teuflischen Krieges" bezeichnet.

HomosexualitĂ€t wird in der Ukraine immer noch stigmatisiert. Der erste Marsch fĂŒr die Rechte von Homosexuellen fand erst 2013 in Kiew mit knapp hundert Teilnehmern statt. Im folgenden Jahr wurde er abgesagt, weil die Polizei sich außerstande erklĂ€rte, die Sicherheit der Teilnehmer zu garantieren.

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