Symbolbild

© APA/EPA/FRANK RUMPENHORST

Türkisches Werbeverbot für Alkohol
06/12/2014

Joghurt statt Bier empfohlen

An Theken und Türen müssen alle Logos entfernt werden.

von Susanne Bobek

In den sozialen Netzwerken ist die Empörung groß über die strengen Alk-Regeln in einem der beliebtesten Urlaubsländer, wo viele Clubs gerade mit All-inclusive-Angeboten werben und Alkohol bis zum Abwinken anbieten.

Premier Recep Tayyip Erdogan hat seinen Landsleuten das Joghurt-Getränk Ayran als Alternative zu Bier empfohlen. Konsumenten des Nationalgetränks Raki hat er als Säufer beschimpft und damit Empörung bei seinen Gegnern ausgelöst.

Jetzt gilt das Alkoholgesetz, das im September in Kraft getreten ist, ohne jede Einschränkung. Ladenbesitzer dürfen Bier nur bis 22 Uhr verkaufen. In Restaurants, Bars und Supermärkten muss jede Werbung für Alkohol entfernt werden. Alkohol-Produzenten dürfen nicht mehr als Sponsoren werben, das Logo der Marken darf nicht mehr zu sehen sein. Bei wiederholten Verstößen drohen Strafen bis zu einer halben Million Türkische Lira, das sind knapp 175.000 Euro.

In der gesamten Türkei seien 250.000 Geschäfte betroffen, berichtet Hürriyet. Sie müssen Sonnenschirme, Aschenbecher und Bierkisten entfernen. In der Touristenhochburg Antalya mahnte die dortige Wirtschaftskammer, das Gesetz angesichts der harten Strafen unbedingt umzusetzen. Dabei ist das Gesetz voller Widersprüche, beklagen viele. So muss ein Efes-Pilsen-Logo über einem Imbissstand entfernt werden, dafür darf "Efes-Shop" oder "Bier zu verkaufen" stehen bleiben.

Der größte Bier-Produzent des Landes, Efes Pilsen, hat Anfang April ein Werk in Westanatolien geschlossen, weil der Bierkonsum seit der Gesetzesnovelle um zwölf Prozent zurückging. Der Weinproduzent Selim Elliati beklagte sich, dass Erdogan Alkohol gern im Zusammenhang mit Terror und Drogen nenne. "Diebstahl ist bei uns keine Sünde", sagen Istanbuler in Anspielung auf Erdogans Korruptionsaffären. "Aber Trinken soll Sünde sein?"

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