Chronik | Welt
24.11.2017

Tschechien darf mutmaßlichen russischen Hacker an USA ausliefern

Bei einer Verurteilung in den USA drohen dem Verdächtigen bis zu 14 Jahre Haft.

Tschechien darf einen mutmaßlichen russischen Hacker an die USA ausliefern. Das hat das Obergericht in Prag am Freitag der Agentur CTK zufolge entschieden. Die US-Behörden werfen dem 30-Jährigen vor, im Jahr 2012 Millionen Zugangsdaten für das soziale Netzwerk LinkedIn gestohlen zu haben. Die Passwörter vieler Nutzer mussten daraufhin zurückgesetzt werden.

Verbindung zum US-Wahlkampf

Er soll zudem hinter einem Angriff auf den Speicherdienst Dropbox stehen. Auch Russland fordert die Überstellung seines Staatsbürgers wegen anderer Betrugsvorwürfe. Kritiker sehen darin einen Versuch, die Auslieferung an die USA zu verhindern. Die letzte Entscheidung liegt nun beim tschechischen Justizminister Robert Pelikan. Bei einer Verurteilung in den USA drohen dem Verdächtigen bis zu 14 Jahre Haft.

Der Fall wird auch in Verbindung mit dem Präsidentschaftswahlkampf in den USA im vorigen Jahr gebracht. Der Hacker hatte behauptet, FBI-Agenten hätten ihn aufgefordert, sich zum Hackerangriff auf den Stab der damaligen Kandidatin Hillary Clinton zu bekennen. "Ich sollte die Schuld auf mich nehmen und zugeben, dass ich es auf Befehl der russischen Regierung getan hätte", sagte er nach einem Bericht des tschechischen öffentlich-rechtlichen Fernsehensenders CT. Eine offizielle Bestätigung gab es dafür nicht.