Chronik | Welt
03.07.2018

Thailand: Tauch-Training und Nahrung für Kinder in Höhle

Der Zeitpunkt der Bergung ist noch unklar, da Teile der Höhle immer noch überflutet und die Kinder geschwächt sind.

Auch nach ihrer Entdeckung müssen die seit mehr als einer Woche in einer Höhle in Thailand eingeschlossenen Jugendfußballer weiter auf Rettung warten. "Wir müssen zu hundert Prozent sicher sein, dass sie gefahrlos herauskommen können", sagte der Gouverneur der Provinz Chiang Rai, Narongsak Osotthanakorn, am frühen Dienstagmorgen.

Es sei keine Frist gesetzt worden, bis wann die zwölf Buben im Alter von 11 bis 16 Jahre und ihr Trainer aus der Höhle gebracht würden, so der Gouverneur. Am Dienstag werde es noch nicht möglich sein. In der Zwischenzeit sollen sie mit Nahrung für vier Monate versorgt werden sowie ein Tauchtraining bekommen, teilte die thailändische Armee am Dienstag mit. Währenddessen soll das Wasser in der verwinkelten, kilometerlangen Höhle weiter abgepumpt werden. Medienberichte, wonach die Rettung mehrere Monate dauern könnte, wies der Gouverneur aber entschieden zurück.

Inzwischen installierten die Retter Telefonleitungen in der Höhle. Die Eltern, die seit Tagen vor der Höhle ausharren, sollten voraussichtlich noch am Dienstag mit ihren Kindern telefonieren können.

Alle Buben außer Lebensgefahr

Auf jeden Fall gehe es den Teenagern relativ gut, versicherte Osotthanakorn. "Keiner der Jungs schwebt in Lebensgefahr. Die meisten haben kleinere Gesundheitsprobleme." Ein Arzt sei zu den Buben geschickt worden, um sie zu untersuchen. Ihnen seien Medikamente und Energydrinks gegeben worden. Auf jeden Fall sei die Entdeckung des Teams ein großer Erfolg. "Wir haben einen historischen Wendepunkt erreicht. Wir haben etwas vollbracht, von dem wir vorher dachten, es sei eine "Mission Impossible"", sagte er.

Die thailändischen Behörden hatten am Montagabend mitgeteilt, dass die Teenager und ihr Trainer wohlauf entdeckt worden seien. In einem Video, das Thailands Marinetaucher auf Facebook stellten, ist der erste Kontakt der britischen Taucher mit der Jugendmannschaft zu sehen: "Wie viele seid Ihr?", fragt ein Taucher die Buben. "13", antwortet einer von ihnen. "Großartig", antwortet der Taucher. "Sag ihnen (den Tauchern), sag ihnen, wir sind so hungrig", bittet einer der Buben in einem nordthailändischen Dialekt einen anderen, der Englisch spricht. "Ja, das habe ich schon", antwortet dieser. "Sie wissen es."

Geplant ist nun, den Kindern Tauchtraining zu geben, um sie möglicherweise in Begleitung von Rettungstauchern aus dem überfluteten Teil der Höhle herausschwimmen zu lassen. Geplant sei außerdem, das Wasser soweit wie möglich aus der Höhle herauszupumpen und die Buben dann zu holen, sagte der Gouverneur. Eine andere Möglichkeit wäre, weitere Höhlenöffnungen zu finden, berichtete das thailändische Nachrichtenportal "The Nation".

Die zwölf Buben und ihr Fußballtrainer waren am 23. Juni nach einer Trainingseinheit in die Höhle Tham Luang-Khun Nam Nang Non in der Provinz Chiang Rai eingestiegen. Offensichtlich war die Gruppe von einer Sturzflut überrascht worden und hatte sich vor dem ansteigenden Wasser immer tiefer in die Höhle gerettet. Details zum Hergang waren aber noch unklar. Die Eltern der Vermissten hatten tagelang vor der Höhle ausgeharrt.

Am Wochenende hatten die Rettungsmannschaften zunächst kleine Erfolge vermeldet. So gelang es ihnen, weiter in die etwa zehn Kilometer lange Höhle vorzudringen und zu einer Biegung vorzustoßen, an der sich der Höhlenweg in zwei Richtungen teilt.

Bauern wollen Ernte opfern

Mehr als hundert Bauern im Norden Thailands sind bereit, einen Teil ihrer Ernte zu opfern, um den seit zehn Tagen in einer Höhle eingeschlossenen Jugend-Fußballern zu helfen. Die Landwirte hätten den Rettungsteams erlaubt, Wasser aus der überfluteten Höhle in der Provinz Chiang Rai auf ihre Höfe und Felder abzuleiten, teilten die Behörden mit.

Demnach geht es um eine Fläche von rund 2,2 Quadratkilometern nahe der gemeinsamen Grenze mit Myanmar. Ein Sprecher der Farmer sagte: "Wir sind alle bereit, unsere Ernte überschwemmen zu lassen, wenn so alle 13 Mitglieder des Fußball-Teams gerettet werden können." Das thailändische Landwirtschaftsministerium sagte im Gegenzug Entschädigung für das "selbstlose Opfer" zu.