Die Todesstrafe für Mariam Yahya Ibrahim Ishag wurde ausgesetzt.

© APA/EPA/STR

Sudan
06/23/2014

Zum Tode verurteilte Christin freigelassen

Der Richter hat am Montag die Freilassung von Ishag angeordnet, berichten staatliche Medien.

Die wegen "Abfalls vom islamischen Glauben" zum Tode verurteilte junge Christin im Sudan ist nach Angaben eines ihrer Anwälte wieder frei. Die Richter hätten das Todesurteil aufgehoben, berichtete die Sudan News Agency. Der Fall der 27-jährigen Mariam Yahya Ibrahim Ishag hatte international Aufsehen erregt.

Gefängnis bereits verlassen

"Mariam wurde vor einer Stunde freigelassen" und habe das Gefängnis verlassen, sagte Mohanad Mustafa der Nachrichtenagentur AFP am Montag. Der Fall der 26-jährigen Mariam Yahya Ibrahim Ishag, die Mitte Mai zum Tode verurteilt worden war, hatte international Empörung ausgelöst.

Die junge Frau habe das Gefängnis bereits verlassen, doch würden die Behörden erst am Dienstag die Gründe für ihre überraschende Freilassung mitteilen, sagte Mustafa, der sich ebenso wie vier andere Menschenrechtsanwälte ohne Honorar des Falles angenommen hatte. Kurz zuvor hatte er noch gesagt, er wisse nicht, wann das Berufungsgericht sich zu ihrem Fall äußern würde. Die Nachricht von der Freilassung wurde aus Kirchenkreisen begrüßt.

Tod durch Erhängen

Ishag war am 15. Mai zum Tode durch Erhängen verurteilt worden, weil sie nach sudanesischem Recht durch die Heirat mit einem Christen vom islamischen Glauben abgefallen war. Die junge Frau wurde außerdem wegen der Hochzeit mit dem Christen, einem aus Khartum stammendem US-Bürger, wegen Ehebruchs zu einhundert Peitschenhieben verurteilt. Zwölf Tage später brachte sie im Gefängnis in Ketten eine Tochter zur Welt.

Laut der sudanesischen Auslegung des islamischen Rechts der Scharia darf eine Muslimin keinen Christen heiraten. Tut sie es dennoch, wird dies als Ehebruch gewertet. Laut der Menschenrechtsorganisation Amnesty International wurde Ishag aber von ihrer christlichen Mutter im christlich-orthodoxen Glauben erzogen, nachdem ihr muslimischer Vater die Familie während ihrer Kindheit verlassen hatte. Im Sudan gelten Kinder eines muslimischen Vaters jedoch automatisch als Muslime, eine Konversion ist verboten.

EU-Kommission, Europarat und Europaparlament sowie die Repräsentanten der wichtigsten religiösen Gemeinschaften in Europa hatten den Sudan nach dem Gerichtsbeschluss aufgefordert, das "unmenschliche Urteil" aufzuheben. US-Außenminister John Kerry drängte den Sudan, das Gesetz zum Verbot von Konversionen zu ändern. Der britische Premier David Cameron nannte die Behandlung der jungen Frau im Gefängnis "barbarisch".

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