Chronik | Welt
18.06.2018

Starkes Erdbeben erschütterte Japan: Tote und Hunderte Verletzte

Zweitgrößte Stadt Osaka von Erdstoß der Stärke 5,3 erschüttert.

Bei einem starken Erdbeben im Westen Japans sind am Montag mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. Mindestens 200 Menschen im Raum der Millionenstadt Osaka erlitten Verletzungen.

Das Beben der Stärke 5,3 erschütterte Japans zweitgrößte Stadt Osaka im morgendlichen Berufsverkehr. Vielerorts wurde der Zugverkehr gestoppt, zehntausende Häuser waren ohne Strom. Die Behörden warnten vor tagelangen schweren Nachbeben.

Regierungssprecher Yoshihide Suga sagte, bei dem Beben seien ein Kind und ein Mann ums Leben gekommen. Zudem werde noch ein dritter Tote befürchtet. Nach Polizeiangaben handelte es sich bei dem Kind um ein neunjähriges Mädchen aus der Stadt Takatsuki nördlich von Osaka. Medienberichten zufolge wurde es von einer eingestürzten Wand in seiner Schule eingeklemmt. Wie Radio NHK berichtete, wurde auch der 80 Jahre alte Mann von einer Wand erschlagen. Bei dem befürchteten dritten Todesopfer handelt es sich um einen Mann, der unter seinem Bücherkasten lag.

Laut der US-Erdbebenwarte (USGS) hatte der Erdstoß eine Stärke von 5,3. Eine Tsunami-Warnung wurde nicht ausgegeben. Die japanische Atomregulierungsbehörde erklärte, nach dem Beben keine Unregelmäßigkeiten in ihren Atomkraftwerken festgestellt zu haben. Mehrere Fabriken in der Industrieregion stellten ihre Produktion vorübergehend ein, darunter auch der Elektronikkonzern Panasonic und der Autobauer Toyota.

170.000 Häuser ohne Strom

Berichte über größere Sachschäden in dem dicht besiedelten Gebiet gab es zunächst nicht. Nach Angaben des Unternehmens Kansai Electric waren aber zunächst 170.000 Häuser ohne Strom. Zudem wurde in einigen Gegenden mitten im Berufsverkehr der Zugverkehr unterbrochen. Betroffen war auch der Hochgeschwindigkeitszug Shinkansen. Der Sender NHK zeigte Bilder von Löscharbeiten an einem brennenden Haus nördlich von Osaka. Straßen wurden überflutet, weil darunterliegende Rohre geborsten waren.

Japans Ministerpräsident Shinzo Abe sagte, die Priorität der Regierung bestehe darin, "Menschenleben zu retten". Er habe seine Mitarbeiter angewiesen, "schnell Informationen über Schäden zu sammeln, größte Bemühungen bei der Rettung von Leben zu unternehmen und die Öffentlichkeit schnell und angemessen zu informieren".

Dem Hauptbeben folgten eine Reihe von Nachbeben. Regierungssprecher Suga warnte die Menschen in der Erdbebenregion vor weiteren "starken Nachbeben" in den kommenden zwei bis drei Tagen. Der Wetterbehörde warnte zudem vor einstürzenden Häusern und Erdrutschen in den betroffenen Gebieten.

Japan liegt auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring, wo es häufig zu Erdbeben kommt, es ist eines der am stärksten von Erdbeben bedrohten Länder der Welt. Am vergangenen Wochenende hatten zwei Beben geringerer Stärke auch die Tokioter Nachbarprovinzen Gumma und Chiba erschüttert. Im März 2011 hatte ein verheerendes Erdbeben der Stärke 9,0 Japan erschüttert und einen zerstörerischen Tsunami ausgelöst. Tausende Menschen kamen ums Leben, im Atomkraftwerk Fukushima ereignete sich als Folge der Naturkatastrophe das schlimmste Atomunglück seit der Tschernobyl-Katastrophe von 1986.

Das Zentrum der jüngsten Erschütterung lag in einer Tiefe von rund zehn Kilometern im Norden der gleichnamigen Provinz Osaka. Experten warnten vor weiteren möglicherweise stärkeren Erdbeben. 1995 war die Region von einem Beben der Stärke 7,3 heimgesucht worden. Damals kamen dabei mehr als 6.434 Menschen ums Leben.

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