Chronik | Welt
22.04.2017

Stadt Rom und Kulturminister streiten um Kolosseum

Zwist in Rom: Nach Einrichtung eines archäologischen Parks rund um das Amphitheater muss der Stadtrat auf die Einnahmen durch den Ticketverkauf verzichten.

Zwischen der Gemeinde Rom und dem italienischen Kulturministerium ist ein Streit um das Kolosseum ausgebrochen. Mit einem Gang zum administrativen Gericht TAR will Roms Bürgermeisterin Virginia Raggi die vom Kulturministerium beschlossene Einrichtung eines archäologischen Parks rund um das Kolosseum stoppen.

Der archäologische Park soll für das Kolosseum sowie für die Kaiserlichen Foren verantwortlich sein und einen eigenen Direktor bekommen. Das Kolosseum soll somit künftig unter Kontrolle des Kulturministeriums und nicht mehr des römischen Denkmalschutzes stehen. Damit verliert die Gemeinde Rom jedoch einen Großteil der Einnahmen durch den Ticketverkauf. Das sind immerhin ungefähr 40 Millionen Euro jährlich.

Bürgermeisterin Raggi fürchtet um Einnahmen

Lediglich 30 Prozent der Einnahmen durch den Verkauf der Eintrittskarten soll nach der Einrichtung des archäologischen Parks in Roms Kassen fließen, berichtete Raggi. Dagegen wehrt sich die Bürgermeisterin heftig, die die leeren Gemeindekassen aufzufüllen versucht. "Das Kulturministerium verletzt die Interessen der Stadt Rom", protestierte die seit Juni amtierende Raggi.

Kulturminister Dario Franceschini reagierte empört. Die Einrichtung des archäologischen Parks entspreche einer Strategie zur Verwertung des Geländes um das Kolosseum. Eine internationale Ausschreibung für die Suche nach einem Direktor für den Park sei bereits im Gange. Die Einrichtung des Parks sei Teil einer Strategie, um Museen und archäologischen Geländen mehr Autonomie zu garantieren. Ähnliche Autonomie hätten unter anderem Museen wie die Uffizien, die Brera-Pinakohek und die archäologische Stätte von Pompej erhalten, argumentierte der Minister.