Chronik | Welt
15.12.2017

Spanien: Gesuchter Dreifachmörder gefasst

"Igor, der Russe" soll für Morde in Spanien und Italien verantwortlich sein. Seit April war nach ihm gefahndet worden, auch nach Wien führte eine Spur.

Ein wegen zweier Morde von der italienischen Justiz gesuchter Osteuropäer ist in der Nacht auf Freitag in Spanien nach einer Schießerei mit drei Toten gefasst worden. Zwei der Opfer sind Angehörige der Guardia Civil, bei dem dritten handelt es sich um einen Mann, dessen Bauernhof der "Igor, der Russe" genannte Beschuldigte überfallen hatte.

Bei dem Überfall am 5. Dezember in der nordostspanischen Region Aragon waren zwei Menschen verletzt worden. Der Besitzer des Anwesens hat die Polizei zuletzt offenbar auf die Spur des Verdächtigen geführt, nach dem die italienischen Behörden seit Monaten gefahndet hatten. Eine letzte Spur hatte auch nach Österreich geführt: Marco Forte, der in dem Fall ermittelte, war erst in den vergangenen Tagen zum Treffen mit österreichischen Kollegen in Wien gewesen, um die Ermittlungen zu koordinieren.

"Igor, dem Russen" werden zwei in der Region Emilia Romagna verübte Morde zur Last gelegt. In der Nähe von Bologna war am 1. April bei einem Überfall ein Bar-Besitzer erschossen worden. Eine Woche später wurde in der Provinz Ferrara auf eine aus einem Polizisten und einem Freiwilligen bestehende Anti-Wilderei-Streife geschossen. Der Polizist überlebte schwer verletzt, der Wachmann starb.

In der Folge suchten rund 800 Polizisten nach dem Täter, von dem man annahm, dass er sich in den Wäldern versteckt hielt. Die Suche war zeitweise auch auf Österreich ausgedehnt worden, berichtete der Generalkommandant der Carabinieri, Tullio Del Sette, am Freitag.

Bei "Igor", der eigentlich Igor Vaclavic heißt, dürfte es sich um einen Ex-Soldaten serbischer Herkunft handeln, der schon seit Jahren bewaffnete Überfälle in Norditalien verübt. Zweimal landete er bereits in italienischen Gefängnissen.