Chronik | Welt
07.07.2017

Spaghettimonster-Kirche droht Niederlage vor deutschem Gericht

Bei ihren sogenannten Messen, die in Templin an jedem Freitagvormittag stattfinden, verzehren die sich selbst als Pastafaris bezeichnenden Anhänger gemeinsam Nudeln und Bier. Gericht soll entscheiden, ob es sich dabei um eine Weltanschauungsgemeinschaft handelt.

Den Jüngern des Spaghettimonsters droht im Streit um die Werbung für ihre Messen vermutlich eine juristische Niederlage. Bei der Verhandlung am Freitag vor dem Oberlandesgericht ( OLG) deuteten die Richter Zweifel an, dass die Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters eine Weltanschauungsgemeinschaft wie die christlichen Kirchen sei und deshalb Schilder zu Messen am Ortseingang aufstellen dürfe.

Die Richter in Brandenburg an der Havel verwiesen in diesem Zusammenhang auf die Satzung der Nudelgläubigen. Demnach gehe es ihnen vor allem um die Ablehnung intoleranter religiöser Überzeugungen mit Mitteln der Satire. Dies spreche womöglich gegen eine Weltanschauungsgemeinschaft. Das Urteil des OLG soll am 2. August verkündet werden.

Wurzel in USA, Alm in Österreich

Die Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters hat ihre Wurzeln in den USA. Sie entstand im Jahr 2005 aus Protest gegen die gleichwertige Behandlung von Evolutionstheorie und der biblischen Schöpfungslehre im Schulunterricht als konkurrierende wissenschaftliche Wahrheiten. In Deutschland hat die Kirche mehrere tausend Anhänger und macht sich für Förderung und Anerkennung der Wissenschaften stark. In Österreich wurde sie durch den ehemaligen NEOS-Mandatar Niko Alm bekannt, dem 2011 ein Führerschein mit einem Nudelsieb auf dem Foto als "religiöse Kopfbedeckung" genehmigt worden war.

Bei ihren sogenannten Messen, die in Templin an jedem Freitagvormittag stattfinden, verzehren die sich selbst als Pastafaris bezeichnenden Anhänger gemeinsam Nudeln und Bier. Ihrer Glaubenslehre nach erwartet sie das Spaghettimonster im Himmel u.a. mit einem Biervulkan.