Symbolfoto.

© EPA/CIRO FUSCO

Flüchtlinge
01/04/2017

Flüchtlinge: Sorge um Sicherheit in Italien

Nach den Ausschreitungen in einem Erstaufnahmezentrum bei Venedig, wurden Hunderte Flüchtlinge verlegt. Die rechtspopulistische Lega Nord zeigt sich empört und fordert Massenausweisungen.

In Italien wächst die Sorge um die Sicherheit in Flüchtlingslagern, nachdem es am Montag zu Ausschreitungen in einem Erstaufnahmezentrum für Flüchtlinge bei Venedig gekommen ist. Zur Entlastung des Flüchtlingslagers in Cona nahe Venedig wurden am Dienstagabend Hundert Migranten in eine andere Einrichtung in der Region Emilia Romagna geführt.

Tod einer Frau führte zu Randale

Damit soll die Flüchtlingseinrichtung in Cona, die circa 1.400 Menschen beherbergt, entlastet werden. Nach dem Tod einer jungen Frau aus Cote d ́Ivoire randalierten Asylwerber am Montagabend und setzten Holzpaletten in Brand. 25 Mitarbeiter der Einrichtung verbarrikadierten sich daraufhin im Büro und konnten erst nach Stunden befreit werden. Die 25-jährige Migrantin war tot in der Dusche aufgefunden worden. Sie erlag einer Thrombose, ergab die Obduktion. Die aufgebrachten Asylbewerber warfen den Betreibern der Unterkunft vor, dass der jungen Frau zu spät Hilfe geleistet worden sei. Die Rettungskräfte wiesen die Vorwürfe zurück.

Zu Spannungen kam es am Dienstag auch in Verona. Einige Asylsuchende demonstrierten wegen des angeblich prekären Zustands der Einrichtung, in der sie untergebracht sind. Sie klagten auch über die schlechte Qualität der Speisen. Während des Protests wurden einige Mülltonnen umgeworfen, eine Straße musste gesperrt werden.

Der Vorfall löste die Empörung der ausländerfeindlichen Oppositionspartei Lega Nord aus. "Wären wir an der Regierung würde es zu Massenausweisungen kommen", schrieb Lega-Chef Matteo Salvini auf Facebook.

Asylprüfungen beschleunigen

Die Regierung in Rom will indes die Prozeduren zur Prüfung der Asylverfahren beschleunigen und die Abschiebung von Wirtschaftsmigranten ohne Recht auf internationalen Schutz beschleunigen. Laut einem Plan des Innenministeriums sollen Asylsuchende, deren Antrag abgelehnt wurde, gegen diesen Beschluss keinen Rekurs mehr einreichen können. Allein in den ersten fünf Monaten 2016 wurden 15.000 Rekurse gegen die Ablehnung von Asylanträgen eingereicht und der Trend sei steigend, heißt es in Rom.

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