"Solare Mobilität wie 1950"

dpa/Karl-Josef HildenbrandILLUSTRATION - Ein Radfahrer fährt am Dienstag (13.07.2010) im Sonnenschein bei Großkemnat (Schwaben) hinter dem Auspuff eines Autos. Die extreme Hitze in Bayern sorgt derzeit für erhöhte Ozonwerte. Foto: Karl-Josef Hildenbrand d
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Stadtverkehr. Warum eine gute Raumplanung so wichtig ist.

Soll 2050 wie 1950 werden? Punkto Mobilität ja, so Albert Waldhör, Linzer Linien: 1950 betrug der Anteil des öffentlichen Verkehrs (ÖV) 65 Prozent, heute sind es in Wien 38,5 Prozent, in Linz 24 Prozent. Es gab "solare Mobilität", die meisten Wege wurden zu Fuß oder per Rad zurückgelegt.

Die EU will bis 2030 in Städten den Anteil herkömmlicher Antriebe um 50 Prozent und bis 2050 auf null senken, im ÖV wie im Privatverkehr. Doch das allein wird das CO2-Problem nicht lösen, sagt Waldhör: So verbrauchte ein Bus in Linz mit Hybridantrieb statt der angegebenen 55 Liter/100 km im Winter 65 l, gleich viel wie Diesel-Busse. Grund: 10 Liter brauchte der auf Sparbetrieb getrimmte Hybridbus allein für die Zusatzheizung. Überhaupt sei zu bedenken: „In Linz trägt der ÖV 0,002 Prozent zum CO2-Ausstoß der Stadt bei."

Auch bei Pkw würden alternative Antriebe die -Bilanz wenig entlasten: Ein E-Kompaktauto (bei aktuellem Strommix) nur um 1 Prozent. Viel mehr brächten der Umstieg auf den ÖV – und eine solide Raumplanung. Allein Wien bräuchte bis 2050 um 55 Prozent mehr Fläche, mit guter Raumplanung aber nur plus 14 Prozent, was den ÖV wesentlich erleichtert. Für den Kurzstreckenverkehr in der verkehrsberuhigten City sind dann Leichtvehikel wie "Gemini" denkbar, die von der TU München für Singapur entworfen wurden.

 

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(kurier) Erstellt am
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