Chronik | Welt
28.04.2018

Schwimmendes Atomkraftwerk legt in Richtung Arktis ab

AKW hat Werft in Sankt Petersburg verlassen und soll ab 2019 arktische Region Tschukotka mit Strom versorgen.

"Akademik Lomonossow", ein schwimmendes Atomkraftwerk, hat am Samstag die Baltische Werft in St. Petersburg verlassen und befindet sich am Weg in den Nordmeerhafen Murmansk, wo es mit Brennstäben beladen werden soll. Anschließend soll die Anlage Tausende Kilometer in den äußersten Nordosten Russlands bugsiert werden, um ab 2019 die Region Tschukotka mit Strom zu versorgen.

144 Meter lang

Das 144 Meter lange und 30 Meter Schiff mit zwei 35-Megawatt-Reaktoren soll ab Sommer 2019 im tschukotischen Seehafen Pewek unweit der Beringstraße verankert werden und ein 1970 in Betrieb genommenes Atomkraftwerk sowie ein Kohlekraftwerk ersetzen. Beim Hersteller, dem staatlichen russischen Konzern Rosatom, sprach man am Samstag laut einer Pressemitteilung von einem "bedeutenden Meilenstein für die gesamte Nuklearindustrie der Welt".

"Schwimmende Kernkraftwerke werden die Strom- und Wärmeversorgung der entlegensten Regionen ermöglichen und dadurch ihr Wachstum und nachhaltige Entwicklung fördern", erklärte der verantwortliche Rosatom-Manager Witali Trutnew.

Voraussichtlich eine der sichersten kerntechnischen Anlagen der Welt

Rosatom-Manager Witali Trutnew

Trutnew betonte zudem, dass das schwimmende Atomkraftwerk über modernste Sicherheitssysteme verfüge und "voraussichtlich eine der sichersten kerntechnischen Anlagen der Welt" sein werde. Dabei hatte ein Zwischenfall in der im Bau befindlichen Anlage im vergangenen Juli für Besorgnis in St. Petersburg gesorgt: Durch einen Kurzschluss waren seinerzeit Akkumulatoren in Brand geraten. Die Behörden hatten damals jedoch entwarnt und versichert, dass sich auf der in der Newa verankerten "Akademik Lomonossow" keine Kernreaktoren befänden.