FBI und Polizei untersuchen, den Wagen, in dem die mutmaßlichen Täter erschossen wurden.

© REUTERS/MIKE BLAKE

Kalifornien
12/03/2015

Schütze von San Bernardino hatte sich radikalisiert

Angreifer soll Kontakt zu internationalen Terroristen gehabt haben, meldet CNN unter Berufung auf Justizkreise.

Syed Rizwan Farook, einer der beiden Schützen von San Bernardino, ist offenbar vor der Bluttat radikalisiert worden. Bei dem Angriff, bei dem 14 Menschen in der kalifornischen Stadt getötet worden waren, könnten aber auch andere Faktoren beim Motiv eine Rolle gespielt haben. Das berichtete der Sender CNN unter Berufung auf Justizkreise.

Demnach stand Farook in Kontakt mit mehr als einer Person des internationalen Terrorismus, gegen den das FBI ermittelte. Der Kontakt bestand per Telefon und via Soziale Netzwerke.

Zwölf Rohrbomben im Haus

Zudem haben Ermittler zwölf Rohrbomben im Haus der mutmaßlichen Schützen gefunden. Außerdem seien Werkzeuge zum Bombenbau sichergestellt worden, sagte der Polizeichef von San Bernadino, Jarrod Burguan, bei einer Pressekonferenz am Donnerstag. "Sie hatten zusätzliches Material, um weitere Bomben zu bauen."

Die Polizei erhöhte die Angaben zur Verletztenzahl am Donnerstag von 17 auf 21. Die Behörden identifizierten die Schützen als Syed Farook und Tashfeen Malik, die zunächst entkommen konnten und später bei einem Schusswechsel mit der Polizei ums Leben kamen.

Das Ehepaar hatte offenbar ein ganzes Waffenlager zur Verfügung. Laut Burguan führten Farook und Malik mehr als 1.600 Schuss Munition mit sich, als sie sich die Schießerei mit der Polizei lieferten. Im Haus des Paares fanden die Ermittler dann rund 5.000 weitere Schuss Munition. Die vier eingesetzten Schusswaffen habe Farook legal erworben. "Sie waren ausgerüstet", sagte Burguan. "Sie hätten eine weitere Attacke verüben können. Wir haben sie abgefangen, bevor das passieren konnte."

In der nahen Ortschaft Redlands haben die Polizisten mit Spezialgerät das Wohnhaus untersucht, in dem der 28-jährige Mann gewohnt haben soll. Dort wurde bereits Sprengstoff vermutet. Ein Roboter wurde in das Haus geschickt, um nach möglichem explosiven Material zu suchen.

Streit als Auslöser?

Maskiert, in Schutzkleidung und schwer bewaffnet hatten der 28-jährige Farook und seine 27 Jahre alte Frau Tashfeen Malik im Inland Regional Center, das die Betreuung von Menschen mit Entwicklungsverzögerungen koordiniert, das Feuer eröffnet. Auslöser war offenbar ein Streit Farooks mit seinen Kollegen der örtlichen Gesundheitsbehörde, die in der Einrichtung einen Raum für eine Feier gemietet hatten. Das Paar tötete mindestens 14 Menschen und verletzte 17 weitere. Der Mann und die Frau starben später im Schusswechsel nach einer Verfolgungsjagd mit der Polizei.

Der leitende FBI-Agent David Bowdich sagte bei der Pressekonferenz, es sei noch "viel zu früh", über die Motive der Schützen zu spekulieren. Die Behörden schlossen einen terroristischen Hintergrund ebenso wenig aus wie einen Streit am Arbeitsplatz.

Paar lernte sich in Saudi-Arabien kennen

Farook und Malik lernten einander offenbar im Internet kennen. Sie trafen sich laut US-Medien in Saudi-Arabien und kehrten dann zusammen in die USA zurück. Gemeinsam hatten sie eine sechs Monate alte Tochter. Farook arbeitete seit fünf Jahren für das Gesundheitsamt und war auf gesundheitsschädigende Umwelteinflüsse spezialisiert.

Der US-Bürger wurde in Chicago im Staat Illinois geboren als Sohn aus Pakistan stammender Eltern, Malik wurde in Pakistan geboren, lebte später aber in Saudi-Arabien. Einem Online-Dating-Profil zufolge interessierte Farook sich für das Reparieren von Autos, religiöse Bücher, ging gern in Restaurants und mochte "Schießübungen im Garten" mit seiner Schwester und Freunden. Er stamme aus einer "religiösen, aber modernen Familie". 2009 schloss er ein Studium an der California State University, San Bernardino, ab.

Bluttat heizt Waffendebatte an

LautWashington Post ist die Attacke in San Bernardino die 355. Schießerei in den USA im heurigen Jahr, bei der vier oder mehr Menschen, darunter auch der jeweilige Schütze, mit Waffen getötet oder verletzt wurden.

Jedes Mal, wenn sie Nachrichten einer solchen Gewalttat sehe, fühle sie es in ihrer Magengrube, teilte Dianne Feinstein, demokratische Senatorin für Kalifornien, mit. Der Kongress habe eine "lähmende Angst, die Waffenlobby zu verärgern". Nicht einmal zu Sicherheitsüberprüfungen bei Waffenkäufen könnten sich die Politiker durchringen, obwohl die Mehrheit der Amerikaner solch einen Schritt unterstützen würde.

Nirgendwo in der Welt komme es so häufig zu Gewalttaten mit Schusswaffen wie in den USA, sagte Obama gegenüber CBS. Nahezu alle Präsidentschaftsbewerber bezogen Stellung. Die meisten Republikaner wehren sich gegen strengere Waffengesetze.

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