Schock und Trauer in Tocqueville-Schule in Grasse.

© APA/AFP/VALERY HACHE

Frankreich
03/16/2017

Frankreich: Festnahme nach Schießerei in Schule

In der südfranzösischen Stadt Grasse hat ein Schüler um sich geschossen. Mehrere Verletzte.


Dieser Artikel wird laufend aktualisiert.

Bei einer Schießerei in einem Gymnasium im südfranzösischen Grasse sind zehn Menschen leicht verletzt worden. Als mutmaßlicher Täter wurde nach Polizeiangaben vom Donnerstag ein 17 Jahre alter Schüler festgenommen. Bei ihm wurden ein Gewehr, zwei Handfeuerwaffen und zwei Handgranaten gefunden.

Unter den Verletzten ist auch der Schuldirektor. Die Behörden gingen nicht von einem terroristischen Hintergrund aus. Nach Angaben des französischen Innenministeriums wurden mehrere Opfer durch Bleikugeln verletzt. Die anderen verletzten sich, als sie in Panik flohen.

Schwer bewaffnet

Entgegen ersten Angaben handelte er laut Polizei offenbar allein. Die Polizei rückte mit einem Großaufgebot zum Tocqueville-Gymnasium an, auch die Sondereinheit Raid war vor Ort.

Laut Polizei brach Panik aus. "Die Schüler sind in einen Supermarkt gerannt und haben sich versteckt", heißt es aus Ermittlerkreisen. Ein Augenzeuge sagte gegenüber France Inter radio, dass die Schüler einen Knall gehört und unter die Tisch gekrochen sind. "Ich ging zum Fenster und sah einen Mann, der mir in die Augen geblickt hat. Es war ein Schüler, nicht besonders groß. Er feuerte in die Luft und rannte davon", sagte er ohne seinen Namen zu nennen.

Notdienste rieten allen Anrainern, das Gebiet zu meiden und zu Hause zu bleiben. In allen Schulen in Grasse durften Schüler und Lehrer die Gebäude nicht verlassen.

Terror auszuschließen

"Wir können den Verdacht eines Anschlags ausschließen", sagte der Präsident der südfranzösischen Region Provence-Alpes-Cotes d'Azur, Christian Estrosi. Vielmehr scheine der mutmaßliche Täter unter "psychologischen Problemen" zu leiden. Nach ersten Angaben war der 17-Jährige nicht polizeibekannt. Er handelte vermutlich allein. Zunächst war noch von einem zweiten Täter die Rede gewesen, der geflohen sei.

Die Behörden hatten nach den Schüssen im Gymnasium Alexis de Tocqueville zunächst über eine Handy-App eine Anschlagswarnung verbreitet. Menschen in der Gegend wurden aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen. Die Polizei riegelte die Schule mit einem Großaufgebot ab, auch Beamte der Sondereinheit Raid rückten an.

Das Rathaus von Grasse erklärte, nach den Schüssen sei Panik ausgebrochen. Einige Schüler seien weggerannt und hätten in einem nahegelegenen Supermarkt Zuflucht gesucht. Dies habe dazu geführt, dass Gerüchte über einen Anschlag die Runde gemacht hätten. In Frankreich herrscht seit den Anschlägen von Paris vom 13. November 2015 der Ausnahmezustand. Die Anschlagsgefahr gilt weiterhin als sehr hoch.

Wegen der Schießerei durften an allen Schulen der südfranzösischen Stadt Schüler und Lehrer die Gebäude zunächst nicht verlassen. Bildungsministerin Najat Vallaud-Belkacem machte sich umgehend auf den Weg zum Tatort.

https://twitter.com/PoliceNat06/status/842351832500428801
Police Nationale 06 (@PoliceNat06
Die Regierung startete eine Telefonbenachrichtigungs-App, die vor einer möglichen "Terrorattacke" warnt.
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