Der Stein habe einen Eisengehalt von schätzungsweise zehn Prozent, außerdem enthalte er Chrysolit und Sulfit.

© Reuters/STRINGER/RUSSIA

Russland
02/18/2013

Fragmente des Meteoriten entdeckt

Der größte Teil des Himmelsgeschosses dürfte im Tschebarkul-See gelandet sein.

Russische Wissenschafter haben nach eigenen Angaben Teile des Meteoriten gefunden, dessen Explosion am Freitag im Ural schwere Schäden anrichtete und rund 1.200 Menschen verletzte. Nachdem die Behörden die Suche nach Fragmenten am Sonntag eingestellt hatten, verkündeten Mitglieder der russischen Akademie der Wissenschaften am Montag, sie hätten Meteoritenteile gefunden und anhand chemischer Tests nachgewiesen, dass es sich um Gesteine aus dem Weltall handelte.

Demnach untersuchten die Forscher Fragmente, die sie in der Nähe des Tschebarkul-Sees gefunden hatten. Diese hätten "die Zusammensetzung eines Meteoriten", sagte Akademie-Mitglied Viktor Grochowski laut der Nachrichtenagentur RIA Nowosti am Sonntagabend. Der Stein habe einen Eisengehalt von schätzungsweise zehn Prozent, außerdem enthalte er Chrysolit und Sulfit. Weil um den See Teile gefunden wurden, müsse sich der Hauptteil des Meteoriten im See befinden, zitierte die Nachrichtenagentur Interfax den Wissenschafter.

Am Montag veröffentlichte Grochowskis Universität eine entsprechende Mitteilung auf ihrer Internetseite. Darin war ein Foto enthalten, das einen Menschen mit einem porösen schwarzen Steinchen zwischen Daumen und Zeigefinger zeigt. "Dieser Meteorit gehört zur Klasse regulärer Chondriten", erklärte die Universität. Das Fundstück werde voraussichtlich "Meteorit von Tschebarkul" genannt werden.

Bilder der Meteoriten-Teile

A research worker of the Ural Federal University d

A research worker of the Ural Federal University i

In this photo distributed by the Urals Federal Uni…

RUSSIA SPACE URAL METEORITE PIECES

In this photo distributed by the Urals Federal Uni…

In this photo distributed by the Urals Federal Uni…

In this frame grab taken from AP video, a research…

RUSSIA SPACE URAL METEORITE PIECES

In this photo distributed by the Urals Federal Uni…

Spur der Verwüstung

Als der Meteorit am Freitagmorgen über der mehr als eine Million Einwohner zählenden Stadt Tscheljabinsk und der gleichnamigen Region mit einem grellen Blitz und einer Druckwelle explodierte, barsten unter anderem zahlreiche Fensterscheiben. Fast 5.000 Gebäude wurden beschädigt und etwa 1.200 Menschen verletzt.

Die Explosion gilt als einer der einschneidendsten kosmischen Vorfälle in Russland seit dem sogenannten Tunguska-Ereignis im Jahr 1908. Damals wurde Sibirien von einer heftigen Explosion erschüttert, die Wissenschaftler auf einen Asteroiden oder Kometen zurückführten. Wissenschaftler der US-Weltraumbehörde NASA gehen davon aus, dass die in der Atmosphäre freigesetzte Energie der Meteoritenexplosion vom Freitag etwa 30 Mal höher war als die Sprengkraft der Atombombe von Hiroshima.

Meteoriteneinschlag in Russland

Meteoriteneinschlag in Tscheljabinsk

Das russische Internet ist mittlerweile voller Videos des Meteoritenaufschlags in Tscheljabinsk - eine umfangreiche Samlung hat etwa der Blogger Ilja Warlamov angelegt. Auch auf Twitter findet sich unter den Hashstags #RussianMeteor und #метеорит eine Vielzahl davon; binnen kurzem wurden auch mehrere neue Accounts für den Meteoriten angelegt - und Dinge wie "Was kann man Freitag Abend in Tscheljabinks machen?" in die Welt verbreitet.

Vor allem Aufnahmen des Himmelskörpers, die von fahrenden Autos aus gemacht worden sind, kursieren im sogenannten "Runet" - wieso dies so ist, ist einfach erklärt: Verkehrsunfälle, Tätlichkeiten zwischen Verkehrsteilnehmern und auch Übergriffe von polizeilicher Seite sind in Russland nichts Ungewöhnliches - eine Aufzeichnung dessen ist deshalb oftmals hilfreich. Eine Sammlung an Videos, die eine gute Begründung für die Installation einer Kamera liefern, hat Business Insider online gestellt.

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