Chronik | Welt
24.08.2017

Rom: Polizei räumte von Migranten besetzten Platz - Krawalle

Seit Sonntag campierten die Menschen auf dem Platz, nachdem ein von rund 1000 Migranten besetztes Haus im Zentrum Roms von der Polizei geräumt wurde. Polizei setzte Wasserwerfer ein - 13 Verletzte.

Zu Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und obdachlosen Migranten, die seit Tagen auf einem Platz im Zentrum Roms übernachten, ist es am Donnerstagvormittag gekommen. Nachdem sich die Migranten geweigert hatten, den Platz zu verlassen und die Sicherheitskräfte mit Steinen und Flaschen beworfen hatten, setzte die Polizei Wasserwerfer ein.

Die Migranten, darunter mehrere Frauen mit Kindern, reagierten auf den Polizeieinsatz mit dem Wurf von Glasflaschen. Zwei Personen wurden festgenommen, berichtete die Polizei. Laut " Ärzte ohne Grenzen" wurden bei den Auseinandersetzungen 13 Menschen verletzt.

Auf dem Platz befanden sich circa 100 Migranten, darunter viele Frauen, Kinder und Behinderte. Einige Migranten wurden wegen den Misshandlungen der Polizei mit Frakturen und Verletzungen ins Spital eingeliefert. "Es ist eine Schande, dass es wegen Mangels an Wohnungen für die Migranten zu einer derart gewalttätigen Lösung kommen musste", sagte der Sprecher von " Ärzte ohne Grenzen" in Italien, Tommaso Fabbri. Auch Linksparteien und Gewerkschaften kritisierten die Polizei.

Nach der Zwangsräumung des Platzes versammelten sich Dutzende Flüchtlinge vor dem Hauptbahnhof Termini und versuchten den Busverkehr zu verhindern. Steine und Gegenstände wurden gegen die Sicherheitskräfte geworfen, teilte die Polizei mit.

Polizei räumte von 1000 Migranten besetztes Haus

Seit Sonntag campieren die Migranten auf dem Platz, nachdem ein von rund 1000 Migranten besetztes Haus im Zentrum Roms von der Polizei geräumt wurde. Viele Besetzer waren Flüchtlinge aus Eritrea und Äthiopien. Das ehemalige Bürogebäude war im Oktober 2013 besetzt worden, 2015 ordnete ein Richter seine Räumung an.

Amnesty International und die UN-Flüchtlingshilfe kritisierten die Räumung des Platzes. Die Gemeinde Rom habe bisher keine Unterkunft für die Migranten gefunden. Flüchtlinge bemängelten, die Polizei sei auf sie mit Knüppelschlägen losgegangen. "Das ist absurd. Wir sind politische Flüchtlinge mit Aufenthaltsrecht", berichtete ein Migrant.

Viele Politiker begrüßten die Räumung dagegen - unter ihnen Senator Stefano Pedica von der regierenden Mitte-Links-Partei PD. Er forderte, die Migranten sollten in besser geeignete Unterkünfte gebracht werden. Die städtischen Behörden teilten mit, besonders Bedürftigsten werde eine andere Unterkunft angeboten. Frauen mit Kindern wurden vorübergehend wieder in das Haus nahe dem römischen Hauptbahnhof gelassen.

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