Die Vespa gehört zum Italien-Klischee wie Ragazzi und Dolce Vita

© dapd

Italien
10/22/2014

Rom ohne Vespas? Es ist möglich

Tabubruch: Bürgermeister Marino will Mopeds aus der Innenstadt verbannen.

Ma non è possibile! Doch es ist möglich. In Roms Innenstadt sollen bald keine Mopeds mehr fahren, wenn es nach Bürgermeister Ignazio Marino geht. Die Szenen, die Generationen von Nordeuropäern lebenslange Italien-Sehnsucht einimpften - etwa Audrey Hepburn und Gregory Peck auf der Vespa mit Fahrtwind in den Haaren, piacere di vivere - das alles soll nun vorbei sein.

Marino - selbst Radfahrer - will eine grüne Revolution umsetzen. Er will Roms chaotisches Zentrum ganz vom Autoverkehr befreien und die Fußgängerzonen immer mehr erweitern. So können seit dieser Woche Motorroller und Mopeds bereits nicht mehr den Stadtteil befahren, der sich von der Piazza del Popolo über die Luxusmeile Via del Babuino bis zum Parlament erstreckt. Ein Fahrverbot gilt auch für Autos, wenn deren Besitzer nicht in der Innenstadt wohnen. Mopedfahrer, die sich nicht an das Verbot halten, müssen mit einer Strafe von 84 Euro rechnen.

Die Initiative des Bürgermeisters erzürnt das Volk der Motorrollerfahrer, die sich am Sonntag sogar an einer Protestaktion vor dem Grab des Kaisers Augustus beteiligten. "In einer Stadt, in der die öffentlichen Verkehrsmitteln schlecht funktionieren, sind wir auf Mopeds angewiesen", betonten einige Demonstranten.

Kein Pardon

Doch Bürgermeister Marino bleibt hart. Ab Dezember sollen weitere 15 Straßen um die Hauptachse Via del Corso, darunter die Shoppingmeile Via Condotti, nur noch Fußgängern zugänglich sein. Das Netz an öffentlichen Verkehrsmitteln soll im Zentrum dafür gestärkt werden, verspricht der Bürgermeister, der vor einem Jahr bereits die Gegend um das Kolosseum vom Autoverkehr befreit hatte. Nur mehr städtische Busse und Taxis dürfen dort verkehren.

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