"Defend Europe": Identitäre ließen Crew im Stich

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Foto: APA/AFP/ANGELOS TZORTZINIS Die C-Star

Matrosen strandeten in Barcelona ohne Geld und Proviant. Gewerkschaft nennt die rechtsextreme Mission eine "Farce".

Die groß angekündigte Anti-Flüchtlings-Mission der Identitären steht auch nach dem Ende unter keinem guten Stern. Bereits zum zweiten Mal suchte eine Crew der Rechtsextremen, um Asyl an. Acht C-Star-Matrosen aus Sri Lanka stellten nun in Barcelona offenbar entsprechende Anträge.

Laut der Internationalen Transportarbeiter Gewerkschaft (ITF) sollen sich die Identitären Ende August aus dem Staub gemacht haben, ohne die Bezahlung der Crew sicherzustellen. Ob sie die Zeche prellten oder sie von der Reederei nicht weitergeleitet wurde, ist unklar. Die Matrosen der unter mongolischer Flagge fahrenden C-Star hatten kein Proviant mehr an Bord und kein Geld für Treibstoff. Sie strandeten deshalb zunächst im nordspanischen Hafen Palamos. Bis Barcelona schafften sie es noch, dort wurde ihnen dann humanitäre Hilfe angeboten. Das katalonische Rote Kreuz versorgt die Crew auf dem Schiff seither mit Essen und Getränken. Allein 90 Kilo Trinkwasser und 15 Kilo Essen wurden lokalen Medienberichten zufolge an die acht Männer geliefert. Nach rund zwei Wochen im Hafen sollen die verzweifelten Matrosen nun um Asyl in Spanien angesucht haben.

"Eine Farce"

ITF-Spitzengewerkschafter David Heindel sprach von einer "Farce" und bezeichnete die Organisation der Mission der Identitären als "schulbubenhaft". Immerhin war "Defend Europe" verspätet ausgelaufen und bereits in Zypern kurz vor dem Scheitern gestanden als der Kapitän festgenommen wurde. Schon hier hatten fünf Besatzungsmitglieder um Asyl angesucht. Später geriet die Mannschaft aus Österreichern und Deutschen außerdem in akute Seenot. In mehreren Häfen wurde der C-Star verboten, einzulaufen. Der Widerstand war gewaltig.

Die Identitären haben es somit bisher geschafft, insgesamt quasi 13 Personen illegal nach Europa zu bringen. Das Ziel der Aktion "Defend Europe" war eigentlich das Gegenteil. Die Rechtsextremen wollten NGOs daran hindern, Menschen zu retten und nach Europa zu bringen.

(KURIER) Erstellt am
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