Chronik | Welt
14.12.2017

Razzia gegen Islamisten in Berlin

Laut Medienberichten soll es mehrere Festnahmen gegeben haben. Die Aktion richtete sich gegen Verdächtige im Umfeld von Amri.

In Berlin läuft seit Donnerstagfrüh eine größere Razzia gegen die Islamisten-Szene. Es gehe um Ermittlungen zu Ausreisen in das Herrschaftsgebiet der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS), twitterte die Generalstaatsanwaltschaft der deutschen Hauptstadt zunächst. Die Durchsuchungen dauerten an, hieß es am Vormittag in Ermittlerkreisen. Nähere Einzelheiten wurden bisher nicht mitgeteilt.

Der Sprecher der Staatsanwaltschaft war nicht zu erreichen. Wie die Zeitungen "B.Z." und "Bild" online berichten, soll sich die Aktion gegen Verdächtige aus dem Umfeld des Attentäters vom Berliner Weihnachtsmarkt, Anis Amri, richten. Demnach soll es auch mehrere Festnahmen gegeben haben.

Mehrere Wohnungen durchsucht

Nach dpa-Informationen durchsuchten bewaffnete Polizisten eine Wohnung in einem Hochhaus in der Lipschitzallee in der Gropiusstadt. Mehrere Einsatzfahrzeuge der Polizei waren auf einem nahe gelegenen Parkplatz postiert. Die Polizei twitterte, die "motivierte und professionelle Ermittlungsarbeit" der Kollegen vom Staatsschutz des Landeskriminalamtes habe die Durchsuchungen ermöglicht.

Amri war am 19. Dezember vorigen Jahres mit einem schweren Lastwagen in den Weihnachtsmarkt an der Berliner Gedächtniskirche gerast. Er tötete dabei elf Menschen, nachdem er zuvor schon den polnischen Fahrer des Lasters erschossen hatte.