Chronik | Welt
07.08.2017

Rätselhaftes Tier griff Schüler an australischem Strand an

Kleine Bisswunden verursachten heftige Blutungen.

An australische Stränden droht möglicherweise neue Gefahr - nicht von Haien, Quallen oder Stachelrochen, sondern von kleinen Kreaturen, deren Identität noch nicht geklärt ist. Ein 16-Jährige aus einem Vorort von Melbourne musste nach einem Bad im Meer mit heftig blutenden Beinen in ein Spital gebracht werden. Die Ärzte stellten zahlreiche Bisswunden in der Größe von Stecknadeln fest.

Stundenlang geblutet

Die Blutungen konnten erst nach mehreren Stunden zum Stillstand gebracht werden. Vermutet wird, dass es sich bei den Übeltätern um Seeläuse handelt. Sicher sind sich die Experten allerdings nicht. Der Vater des Schülers fischte nach der Attacke am Samstagabend mehrere Dutzend der kleinen Tiere aus dem Wasser. Er drehte dann ein Video, in dem zu sehen ist, wie die Tierchen auf rohes Fleisch losgehen, und stellte es ins Internet.

Seeläuse?

Der Meeresbiologe Jeff Weit vom australischen Delfin-Forschungszentrum in Hastings äußerte am Montag die Vermutung, dass der Schüler von Seeläusen gebissen wurde, die sich normalerweise in tieferen Gewässern aufhalten. Der Parasiten-Experte Thomas Cribb von der University of Queensland sagte dazu allerdings, es wäre "extrem ungewöhnlich", wenn Seeläuse solch starke Blutungen auslösen könnten.

Ein anderer Experte, Michael Brown, meinte im Fernsehsender Channel Seven, dass der Schüler Opfer von Quallenlarven geworden sein könnte. Allerdings schränkte auch er ein: "Ich mache das seit 20 Jahren - und so etwas habe ich noch nie gesehen. Das ist ein Rätsel für mich."

Seeläuse sind kleine Krebstiere, die unter anderem durch Schäden in der Lachszucht bekannt geworden sind. Manchmal werden auch bestimmte Quallenlarven als Seeläuse bezeichnet.

Rätsel gelöst: Flohkrebse "überfielen" Schüler

Wie berichtet, musste ein 16-Jähriger Schüler aus einem Vorort von Melbourne nach einem Bad im Meer mit stark blutenden Beinen in ein Spital gebracht werden. Die Ärzte stellten zahlreiche Bisswunden in der Größe von Stecknadeln fest. Die Mediziner rätselten, um welche Tiere es sich hier handeln könnte.

Das Rätsel ist gelöst: Laut Berichten australischer Medien, dürfte es sich dabei um sogenannte „Amphipoden“ handeln - auch „Flohkrebse“ (Meeresflöhe) genannt. Offenbar haben Angehörige des Burschen einige der „Kreaturen“ gefangen, sie mit nach Hause genommen, in Schalen aufbewahrt und gefüttert. Rotes Fleisch schien den Tieren am besten zu schmecken, heißt es in den Berichten. Ein herangezogener Meeresbiologe identifizierte die Tierchen schließlich als Amphipoden, Flohkrebse, von denen es Tausende Unterarten gibt. Sie leben in allen Weltmeeren, sind Aasfresser und mögen daher Fleisch (vor allem toten Fisch), sie haben einen starken Geruchssinn und treten in Schwärmen auf. Das, was sie mit Sam gemacht haben, scheint allerdings äußerst ungewöhnlich zu sein. Die Biologen vermuten, dass er möglicherweise nahe eines toten Fischs gestanden sei und es deshalb zu dem Vorfall kam. Die Tiere sind auch nicht giftig, außerdem sind sie mit größeren Krebstieren verwandt.

Die Flohkrebse sind winzige Lebewesen, nur einige Millimeter groß. unter dem Mikroskop schauen sie wie Garnelen aus. Sie sind meist hell bis rötlich-rosa, manche sind grün oder blau. Sie selbst sind ein wichtiger Teil der Nahrungskette und werden von Fischen, Pinguinen oder Küstenvögel gegessen. Es gibt übrigens auch Flohkrebse, die an Land leben - genauer gesagt am Strand. Man nennt sie Sandflöhe.