Chronik | Welt
08.01.2013

Guru gibt Opfer Mitschuld an Vergewaltigung

Aufregung herrscht über die Aussage des Religionsführers. Zwei Angeklagte plädieren indes auf nicht schuldig.

Ein prominenter Hindu-Guru meinte, die junger Inderin, die nach einer Vergewaltigung starb, trage Mitschuld an ihrem furchtbaren Schicksal. Die Empörung darüber ist in allen Teilen des Landes dermaßen groß, dass die Proteste neu entfacht wurden. Guru Asaram Bapu sagte in einer Predigt: „Hätte sie Gottes Namen gerufen, hätte sie sie (die Angreifer) ‚meine Brüder‘ genannt, ihre Hände und Füße umklammert und gesagt, ‚ich bin eine hilflose Frau, Ihr seid meine Glaubensbrüder‘, dann wäre das nicht passiert.“ Eine Sprecherin des Gurus lehnte eine Entschuldigung ab, die Worte, die als Videobotschaft auf der Homepage des Ashrams abrufbar sind, seien aus dem Zusammenhang gerissen, und es stimme ja, „sie hätte einen diplomatischen Weg aus der Lage finden können“.

Von den fünf Vergewaltigern, denen die Todesstrafe durch Hängen droht, wollen zwei alle Vorwürfe zurückweisen. Ihr Anwalt M.L. Sharma kündigte an, die Beweismittel der Polizei infrage stellen zu wollen. „Es ist noch nichts bewiesen.“ Bei den zwei Männern handelt es sich um den Bruder des Busfahrers und einen Tagelöhner. Ein sechster Verdächtiger, der 17 Jahre alt ist, wird vermutlich vor ein Jugendgericht gestellt.

Proteste in Indien

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INDIA ANTI-RAPE PROTEST

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