Giorgio Napolitano

© APA/EPA/MAURIZIO BRAMBATTI

Italien
10/28/2014

Präsident Napolitano als Zeuge in Mafia-Prozess

Geheimpakt mit Cosa Nostra? Der italienische Staatspräsident musste Stellung nehmen.

Verschärfte Sicherheitsvorkehrungen herrschten am Dienstag vor dem Quirinal, dem Präsidentenpalast in Rom. Staatsanwälte und Richter hatten Staatspräsident Giorgio Napolitano drei Stunden lang als Zeuge bei einem Mafia-Prozess befragt. Laut Staatsanwaltschaft soll der italienische Staat in den 1990er-Jahren einen Geheimpakt mit der sizilianischen Cosa Nostra geschlossen haben. Der 89-jährige Napolitano erklärte, nichts von dem Abkommen gewusst zu haben. Napolitano ist das erste Staatsoberhaupt Italiens, das als Zeuge in einem Mafia-Prozess befragt wurde.

Laut Anklage fanden von 1992 bis 1994 Gespräche zwischen Vertretern von Politik, Polizei und Geheimdiensten mit Mafia-Bossen statt. Ziel war es, einen "Waffenstillstand" auszuhandeln, um die Bombenanschläge der Mafia zu stoppen. Hochrangige Politiker hätten der Cosa Nostra Hafterleichterungen für Hunderte Mafiosi sowie Gesetzesänderungen zugesichert, so die Anklage. Sogar Gerichtsurteile wurden aufgehoben.

Napolitano war 1993 Abgeordnetenkammer-Präsident und wurde vor einem Mafia-Anschlag gewarnt. Angeklagt sind in dem Prozess Mafiosi, Carabinieri und Politiker.

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