Mashco-Piro-Indianer leben in kleinen Familienverbänden

© REUTERS/HANDOUT

Peru
07/24/2015

Zivilisation bedroht die letzten Ureinwohner

Die Regierung will Kontakt zu dem isoliert lebenden Mashco-Piro-Stamm aufnehmen.

von Susanne Bobek

Im September 2014 schenkte eine Adventisten-Missionarin dem bisher unkontaktierten Volk der Mashco-Piro-Indianer im Amazonas-Gebiet am Fluss Madre de Dios Kleidung und Lebensmittel. Die gut gemeinte Aktion sorgte für einen Aufschrei der lokalen Indigenen-Organisation FENAMAD. Von "Menschensafaris" war die Rede.

Tatsächlich gibt es bereits Reiseanbieter, die mit Booten in die Region fahren und hoffen, die Ureinwohner beim Fischen anzutreffen. Dabei wurden auch Bierdosen an den Sandbänken des Flusses zurückgelassen. Bilder von Ureinwohnern sind heiß begehrt.

Um dem Einhalt zu gebieten, will die peruanische Regierung nach langem Zögern nun selbst Kontakt aufnehmen und schickt Ethnologen an die Grenze des Manu-Nationalparks im Südosten Perus. Die Mashco-Piro-Indianer sind vom Aussterben bedroht. Da sie noch nie mit der modernen Zivilisation in Berührung gekommen sind, kann sie ihr Immunsystem vor eingeschleppten Krankheiten nicht schützen. Schon ein Schnupfen kann für sie lebensgefährlich sein.

FENAMAD ist sicher, dass die Mashco Piro, die in kleinen Familienverbänden durch den Regenwald ziehen, in Ruhe gelassen werden wollen und ihr Territorium auch verteidigen. So hinterlassen sie Zeichen im Wald, die Außenstehende angeblich vertreiben sollen. Die Indigenen-Organisation interpretiert ihr Verhalten so, dass sie keinen Kontakt wünschen. Deshalb seien sie manchmal auch höchst aggressiv und gefährlich. 2011 wurde ein Parkranger angegriffen und schwer verletzt. Anfang Mai wurde ein junger Dorfbewohner offenbar von Mitgliedern des Stammes im Regenwald getötet.

In Bolivien, Kolumbien, Ecuador, Paraguay, Peru und Venezuela gibt es noch rund 200 isoliert lebende Völker, von denen man so gut wie nichts weiß. "Normal seien drei bis vier Sichtungen pro Jahr", heißt es in der Sprache der Ethnologen. Die Mashco Piro wurden seit 2011 bereits hundert Mal gesehen.

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