Passagierflugzeug aus Dubai zerschellt bei Landung

Wrackteile waren verstreut: Es dauerte eine Stunde, bis der Brand unter Kontrolle war. © Bild: EPA/RUSSIAN EMERGENCY MINISTRY/HANDOUT

FlyDubai-Boeing beim Anflug auf russische Stadt Rostow abgestürzt. 62 Tote.

Bei einem Flugzeugabsturz im Süden Russlands sind alle 62 Insassen ums Leben gekommen. Nach Angaben der russischen Behörden verfehlte die Boeing 737 beim Landeversuch auf dem Flughafen von Rostow am Don bei schlechter Sicht die Landebahn, stürzte zu Boden und ging sofort in Flammen auf.

An Bord des Billigfliegers aus Dubai waren demnach 55 Passagiere, darunter vier Kinder, und sieben Besatzungsmitglieder. Das russische Katastrophenschutzministerium hatte zuvor von 61 Opfern gesprochen. Die Maschine der Fluggesellschaft FlyDubai kreiste laut den russischen Behörden nach einem abgebrochenen Landeversuch rund zwei Stunden über der südrussischen Stadt, bevor sie trotz der schlechten Wetterbedingungen zum zweiten Mal zur Landung ansetzte.

Andere Flugzeuge, die nachts auf dem Airport etwa 1.000 Kilometer südlich von Moskau landen sollten, waren wegen des Sturms umgeleitet worden.

Flugzeugabsturz in Russland
Karte mit Lokalisierung des Unfallortes GRAFIK 0322-16, 88 x 55 mm © Bild: APA

Wrackteile weit verstreut

Dabei streifte sie mit einer Tragfläche den Boden, zerbrach und ging in Flammen auf. Wie der Fernsehsender LifeNews berichtete, verfehlte die Maschine die Landebahn um rund hundert Meter. Es dauerte eine Stunde, bis der Brand unter Kontrolle war. Die Rettungsmannschaften fanden noch in anderthalb Kilometern Entfernung Wrackteile. Alle Passagiere waren nach Angaben des TV-Senders Russen, unter der Besatzung waren demnach auch Ausländer.

62 People killed in flydubai FZ981 plane crash in
Wrackteile waren verstreut: Es dauerte eine Stunde, bis der Brand unter Kontrolle war. © Bild: EPA/RUSSIAN EMERGENCY MINISTRY/HANDOUT
Das Unglück ereignete sich gegen 01.50 Uhr MEZ. Zu dem Zeitpunkt herrschte heftiger Regen, berichtete die amtliche NachrichtenagenturTass. Das Katastrophenschutzministerium habe zudem vor starkem Wind gewarnt. Mehrere Flüge wurden nach Informationen von LifeNews auf den Flughafen im benachbarten Krasnodar umgeleitet.

Sturm und Regen

"Das Wetter war schrecklich", erzählte einer der Passagiere, deren Maschine in Krasnodar gelandet war. "Das Flugzeug schwankte furchtbar".

Die Behörden leiteten strafrechtliche Ermittlungen wegen Verletzung der Sicherheitsbestimmungen ein. Sie schlossen auch einen Pilotenfehler nicht aus.

Die Hinterbliebenen trauern am Flughafen
A psychologist of the Russian Emergencies Ministry (L) speaks with a relative (C) of a victim of the crashed Flydubai Boeing 737… © Bild: REUTERS/STRINGER
FlyDubai bestätigte unterdessen den Absturz von Flug FZ981 und richtete eine Notfallnummer für die Hinterbliebenen ein.

Die Maschine war demnach um 19.20 Uhr (MEZ) von Dubai gestartet. Beide Piloten hatten seinen Angaben nach etwa 5.700 Stunden Flugerfahrung. Wie die russischen Behörden schloss er einen Terroranschlag aus. Die Billigfluglinie gehört wie auch die große Schwester Emirates der Regierung von Dubai. Seit ihren Anfängen im Jahr 2008 hat sie stark expandiert. Größere Unfälle wurden bisher nicht bekannt.

Flugzeugabstürze nicht selten

Flugzeugabstürze wie in Rostow am Don sind in Russland nicht selten. Folgend ein Überblick über schwere Unglücke der vergangenen Jahre

17. November 2013: Beim Anflug einer Boeing 737-500 auf die russische Stadt Kasan schlägt die Maschine hart auf der Landebahn auf und geht in Flammen auf. Alle 50 Menschen an Bord kommen ums Leben.

7. September 2011: Mehr als 40 Menschen sterben beim Absturz einer Maschine vom Typ Jak-42 in der Nähe von Jaroslawl, rund 280 Kilometer nordöstlich von Moskau. An Bord war auch das Erstliga-Eishockeyteam der Stadt.

10. April 2010: Ein Flugzeug mit dem polnischen Präsidenten Lech Kaczynski an Bord stürzt beim Landeanflug auf Smolensk ab. Alle 96 Menschen in der Tupolew Tu-154 kommen ums Leben, darunter Kaczynski und mehrere hochrangige polnische Offizielle.

14. September 2008: Beim Absturz eines Aeroflot-Flugzeugs vom Typ Boeing 737 werden alle 88 Insassen in den Tod gerissen. Das Flugzeug explodiert nach dem Aufschlag am Rand der Industriestadt Perm, knapp 1.400 Kilometer östlich von Moskau.

( Agenturen , sho ) Erstellt am 19.03.2016