Zu viel Liebe lässt Brückengeländer einstürzen

Zu viel, zu schwer. © Bild: AP/Thibault Camus

Eine Brücke in Paris musste evakuiert und gesperrt werden - aufgrund der vielen Vorhangschlösser.

Die schwere Last der Liebe war am Ende zu groß für den Pont des Arts: Ein Teil des mit tausenden "Liebesschlösser" behängten Brückengeländers über der Pariser Seine ist am Sonntagnachmittag auf 2,4 Metern Länge eingestürzt. Die berühmte Fußgängerbrücke wurde sofort evakuiert und abgesperrt. Verletzte habe es laut Pariser Polizei nicht gegeben.

Am Montag soll der 150 Meter lange Pont des Arts, der das Louvre-Museum und das linke Seine-Ufer verbindet, wieder geöffnet werden. Das Phänomen der schwer wiegenden Liebesbeweise, die das Brückengeländer auf ganzer Länge säumen, bereitet der Stadtverwaltung schon seit längerem Kopfzerbrechen. Da seit dem Beginn der Mode im Jahr 2008 immer mehr Paare ihr "Liebesschloss" anbringen und wegen des Platzmangels inzwischen sogar an bereits festgemachten Vorhängeschlössern in zweiter und dritter Reihe befestigen, wächst die Last stetig.

"Liebesschlösser" könnten jemanden töten

Pont des Arts
This April 9, 2014 photo shows love locks fixed on the Pont des Arts in Paris. A recent fad among travelers of hitching padlocks… © Bild: AP/Thibault Camus
"Das hat verrückte Ausmaße erreicht", beschwert sich der Bürgermeister des Viertels am Pont des Arts, Jean-Pierre Lecoq, im vergangenen Jahr. "Wenn eines Tages ein Stück Brüstung mit mehreren Kilo Vorhängeschlössern dran einem Touristen auf einem Boot auf den Kopf fällt, könnte ihn das schwer verletzen oder ihn sogar töten." Unter den Brücken von Paris fahren täglich Touristenschiffe mit Hunderten Besuchern die Seine auf und ab.

Auch wenn der Vorfall am Sonntag letztlich glimpflich verlief, dürfte der Geländereinsturz die Debatte um den Schlösserwald neu entfachen. In manchen europäischen Städten, in denen die Mode ebenfalls verbreitet ist, werden "Liebesschlösser" regelmäßig abmontiert - oder sie sind gleich ganz verboten. In der "Stadt der Liebe" war man vor derart drastischen Schritten bisher zurückgeschreckt.

Erstellt am 09.06.2014