© Reuters/JASON REED

Geheimdienst
10/17/2013

NSA-Chef Keith Alexander vor Rücktritt

Der Direktor des mächtigen US-Nachrichtendienstes dürfte Anfang des Jahres 2014 zurücktreten.

NSA-Direktor Keith Alexander wird laut Regierungskreisen innerhalb der nächsten Monate zurücktreten. Ebenso soll sein Stellvertreter John Ingis die NSA verlassen - und zwar bereits Ende dieses Jahres. Seit der Ex-US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden weltweite Bespitzelungen von Internet-Nutzern durch Geheimdienste öffentlich gemacht hat, steht Alexander gehörig unter Druck. Alexander selbst soll erklärt haben, sich bis Ende März oder April zurückzuziehen. Als aussichtsreicher Kandidat für Alexanders Nachfolge gilt Vize-Admiral Michael Rogers, der derzeit die 10. US-Flotte und das US-Flotten-Cyber-Command, das Kommando der Marine für die virtuelle Kriegsführung, leitet. Präsident Barack Obama wird nach einem Rücktritt Alexanders die Möglichkeit haben, die Geheimdienste neu aufzustellen.

Alexander steht seit August 2005 an der Spitze des Geheimdienstes. Er ist damit der NSA-Chef mit der längsten Amtszeit. Der 61-Jährige ist auch der Kommandant des militärischen Auslandsgeheimdienst CSS (Central Security Service) und führt das sogenannte "Cyber Command", das man als Amerikas neue Truppe für Internetkriege beschreiben könnte.

Große Truppe

Ihm unterstehen Zehntausende Soldaten, Mathematiker, Spione, Informatiker. Er verfügt über das, was man auf der "dunkleren Seite der Technologie und nationalen Sicherheit" so benötigt, wie die "Washington Post" es ausdrückt. Das Magazin "Wired" urteilte jüngst: "Nie zuvor ist jemand in Amerikas Geheimdienstsphäre an so viel Macht gekommen".

Alexander wuchs in der Nähe von Syracuse im Staat New York auf, nur wenige Häuser entfernt von seiner Ehefrau seit vier Jahrzehnten, Deborah. Er verdingte sich während der Schule als Zeitungsausträger. Seine Militärkarriere begann auf der Eliteakademie West Point, wo er 1974 mit dem dezeitigen US-Generalstabschef Martin Dempsey und dem Ex-CIA-Chef und Top-General David Petraeus seinen Abschluss machte.

Danach folgten Stationen als Geheimdienstoffizier auf verschiedenen geheimen NSA-Stützpunkten. In Deutschland etwa beobachtete er nach eigener Aussage "sensible Themen" an der Grenze zwischen der DDR und der Tschechoslowakei. Nach den Terrorangriffen vom 11. September 2001 stieg Alexander dann in der militärischen Geheimdiensthierarchie kontinuierlich bis ganz an die Spitze auf.

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