Guards receive flowers in memory of Prince Friso at the gates of Palace Huis ten Bosch, in The Hague, Netherlands, Monday, Aug. 12, 2013. The Dutch royal house says in a statement on Monday, that Prince Johan Friso, the youngest brother of King Willem-Alexander, has died of complications after the 2012 skiing accident that left him with grave brain damage. In a statement, the royal house said that the 44-year-old Friso had never regained more than "minimal consciousness" after the accident, in which he was buried by an avalanche. He died Monday at the Palace Huis ten Bosch where he was being cared for. (AP Photo/ Vincent Jannink)

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Niederlande
08/13/2013

Prinz Friso in Den Haag aufgebahrt

Knapp anderthalb Jahre nach seinem Skiunfall ist der Sohn von Prinzessin Beatrix am Montag gestorben.

Der niederländische Prinz Friso ist tot: Knapp 18 Monate nach dem tragischen Lawinenunglück in Lech am Arlberg starb Friso am Montag im Palast seiner Mutter in Den Haag. Der zweite Sohn der früheren Königin Beatrix wurde 44 Jahre alt. Er hinterlässt seine Frau Mabel, 45, und die beiden Töchter Luana, 8, und Zaria, 7.

Friso sei an Komplikationen in Folge der Hirnschädigung, die er durch den Skiunfall erlitten hatte, gestorben, hieß es. Die königliche Familie dankte laut der Erklärung des Hofes allen, die ihn betreut hatten, „für die ausgezeichnete und hingebungsvolle Versorgung“.
Prinz Friso war am 17. Februar 2012 beim alljährlichen Skiurlaub der Königsfamilie in Lech am Arlberg von einer Lawine verschüttet worden. Gemeinsam mit einem Freund hatte er trotz hoher Lawinengefahr die Piste verlassen. Mehr als 20 Minuten lag er ohne Sauerstoff unter den Schneemassen. Bereits im Krankenhaus in Innsbruck sprachen die Ärzte von irreversiblen Hirnschäden. Im März 2012 wurde Friso in das Wellington-Krankenhaus in London verlegt.

Anfang Juli 2013 kehrte der Komapatient in seine Heimat zurück. Er wurde aus London nach Den Haag verlegt und im Palast seiner Mutter versorgt. Der Zustand des Prinzen sei „unverändert besorgniserregend“, hieß es bei Hof. Friso hat seit dem Unfall das Bewusstsein nicht wiedererlangt.

Trauerfeierlichkeiten

Die königliche Familie wird am Dienstag im Palast Huis ten Bosch zusammentreffen, wo der Prinz aufgebahrt liegt. Wann und wo der Bruder von König Willem-Alexander beigesetzt wird, ist noch nicht entschieden.

König Willem-Alexander und seine Frau Maxima hatten ihren Urlaub in Griechenland abgebrochen und waren mit ihren drei Töchtern am Montagabend in die Niederlande zurückgekehrt. Prinzessin Beatrix, die Mutter von Prinz Friso, sowie dessen Witwe Prinzessin Mabel (45) und ihre beiden Töchter Luana (8) und Zaria (7) waren bereits in dem Palast. Auch der jüngste Sohn von Beatrix, Prinz Constantijn (43) reiste mit seiner Familie nach Den Haag, teilte der Hof mit.

Mitglieder der königlichen Familie werden traditionell in der Nieuwe Kerk in Delft beigesetzt. Allerdings werden die Kirche und die königliche Grabstätte zurzeit renoviert. Die Familie und auch die niederländische Regierung müssen nun auch über die Trauerfeiern entscheiden.

Der anonyme Prinz

Der Prinz wollte stets anonym sein, ein Leben im Rampenlicht war ihm verhasst. Friso galt als hochintelligent. Er schloss drei Studien ab: Maschinenbau, Luft- und Raumfahrttechnologie und Betriebswirtschaft. Er machte Karriere bei der Bank Goldman Sachs in London und beim Forschungsinstitut TNO in Delft.

2004 heiratete er die Bürgerliche Mabel Wisse Smit. Die Beziehung löste einen Skandal aus, denn Mabel hatte verschwiegen, dass sie Jahre zuvor mit einem berüchtigten Drogenboss liiert war. Unter politischem Druck verzichtete Friso darauf, dass Parlament um Zustimmung zur Hochzeit zu bitten, und verlor so den Platz in der Thronfolge. Mabel und Friso galten als glückliches Paar; sie lebten mit ihren Töchtern in London.

Wieder in Lech

Die niederländische Königsfamilie verbringt den Winterurlaub seit 1959 in Lech. Dem Schicksal zum Trotz fuhren die Royals auch im Februar 2013 – genau ein Jahr nach Frisos Unfall – in Lech Ski. Auch Prinzessin Mabel und ihre Töchter waren angereist; sie waren beim offiziellen Fototermin aber nicht dabei.

Tief bewegt von Prinz Frisos Tod zeigte sich Ludwig Muxel, Bürgermeister von Lech am Arlberg. „Als einer, der wie viele Lecher den Prinzen von Kindesbeinen an kannte, bin ich persönlich tief betroffen und zutiefst berührt“, so Muxel. „Mein ganzes Mitgefühl und das aller Lecher gehört Prinzessin Mabel, ihren Kindern, Prinzessin Beatrix, König Willem-Alexander und allen weiteren Angehörigen.“

Das Lawinenunglück von Prinz Friso

Vor eineinhalb Jahren verunglückte der niederländische Prinz Friso bei einem Lawinenunglück in Lech am Arlberg schwer. Der zweite Sohn von Königin Beatrix war abseits der Pisten unterwegs, als sich ein Schneebrett löste und den damals 43-Jährigen verschüttete. Er lag seither im Koma. Am Montag gab der Hof sein Ableben bekannt. Eine Chronologie der Ereignisse seit dem Lawinenabgang.

17. Februar 2012 - Prinz Friso von Oranien-Nassau von Amsberg fährt gemeinsam mit einem einheimischen Begleiter gegen 12.15 Uhr in einen Hang im Bereich Litzen - Zugertobel ein. Dabei löst sich bei Lawinenwarnstufe 4 ein rund 40 Meter langes Schneebrett, das den Urlauber verschüttet. Nach rund 20 Minuten wird er gerettet, reanimiert und in kritischem Zustand in die Universitätsklinik Innsbruck geflogen. Die Mutter des Prinzen, Königin Beatrix, und seine Frau Mabel besuchen den Verunglückten noch am Nachmittag auf der Intensivstation.

24. Februar - Schlechte Nachricht bei einer Pressekonferenz des Ärzteteams: Der Sauerstoffmangel hat zu massiven Schäden im Gehirn geführt. Es könne nicht mit Sicherheit gesagt werden, ob der Patient jemals wieder das Bewusstsein erlangen werde, hieß es.

26. Februar - Die Lecher Bevölkerung betet bei einem Gottesdienst in Anwesenheit der Königsfamilie für den Verunglückten. Der Lecher Tourismusdirektor kündigt an, weiter für das Skifahren abseits der Piste werben zu wollen, zugleich sollen Gäste besser über die Gefahren aufgeklärt werden. Einen Tag später dementiert die Bergrettung, Medienberichte, wonach es bei der Rettung des Prinzen zu Pannen kam.

1. März - Prinz Friso wird mit einem Ambulanzjet in eine Reha-Einrichtung nach London gebracht. Die königliche Familie reist aus Lech ab.

19. Oktober - Die Staatsanwaltschaft Feldkirch stellt das Verfahren gegen den Skibegleiter des Prinzen in Absprache mit der Oberstaatsanwaltschaft Innsbruck und dem Justizministerium ein. Beiden Skifahrern sei das Risiko von Lawinenabgängen bewusst gewesen, so die Begründung.

19. November - Nach neun Monaten im Koma zeigt Prinz Friso erste Anzeichen von Bewusstsein. Es handle sich um das sogenannte Minimalbewusstsein, dämpfen die Ärzte die Hoffnungen.

18. Februar 2013 - Ein Jahr nach dem tragischen Lawinenunglück kommt die niederländische Königsfamilie wieder in Lech am Arlberg zusammen.

9. Juli 2013 - Prinz Friso ist wieder in den Niederlanden, meldet der Hof. Im Palast Huis ten Bosch in Den Haag werde der Prinz von einem medizinischen Team versorgt.

12. August 2013 - Der Hof gibt das Ableben von Prinz Friso bekannt.

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