Chronik | Welt
19.05.2017

Auto raste am Times Square in Menschenmenge

Ein 26-Jähriger raste mit seinem roten Sedan in Manhatten in Passanten. Der Lenker stand möglicherweise unter Drogen.

Der Autofahrer, der am New Yorker Times Square mit hohem Tempo über den Gehweg gerast ist und dabei eine Frau tötete und 22 weitere Menschen verletzte, stand möglicherweise unter Einfluss von Drogen. Der 26-jährige Richard Rojas, ein Ex-Soldat der US-Marine, hat laut Medien möglicherweise eine als "K2" oder "Spice" bekannte Droge konsumiert, die auch als synthetisches Marihuana bezeichnet wird.

Das berichteten die TV-Sender CBS und "NY1" unter Berufung auf Strafverfolger. Rojas hatte am Donnerstag gegen 12 Uhr mittags (Ortszeit) mit seinem Pkw auf einer Kreuzung gewendet und war dann mit hohem Tempo über den Gehweg gefahren. Erst nach etwa drei Straßenblocks rammte er einen Poller, an dem sein Wagen hängenblieb und kurzzeitig auch Feuer fing. Rojas wurde nach vergeblicher Flucht unmittelbar festgenommen, sagte Bürgermeister Bill de Blasio. "Es gibt keine Hinweise, dass dies ein terroristischer Akt war", sagte De Blasio.

Vier der 22 Verletzten waren am Donnerstag noch in Lebensgefahr, wie Feuerwehrchef Daniel Nigro sagte. Ihre Überlebenschancen seien aber gut. Bei der getöteten Frau handelt es sich um eine 18-Jährige, deren 13 Jahre alte Schwester ebenfalls von dem Auto getroffen wurde und mit Verletzungen ins Krankenhaus kam.

Todesfahrer mit Vorgeschichte

Den Behörden zufolge war Rojas 2015 und 2008 wegen Trunkenheit am Steuer verhaftet worden. Zudem wurde er diesen Monat verhaftet, weil er vor einem Besucher in seiner Wohnung in der Bronx ein Küchenmesser zückte. Während seiner Stationierung auf einem Militärstützpunkt in Jacksonville, Florida von 2011 bis 2014 wurde er festgenommen, weil er mutmaßlich einen Taxifahrer angegriffen hatte. Ob er sein Auto am Donnerstag absichtlich in die Menge steuerte, war zunächst unklar. "Mein Leben ist vorbei", soll er bei seiner Festnahme gerufen haben.

Aufnahmen von TV-Sendern zeigten sein Auto, das auf den Gehweg gefahren und auf Pollern einer Verkehrsinsel hängen geblieben war. Die rechte Seite hing in der Luft, die Motorhaube war komplett zerbeult. Mehrere Verletzte wurden von Sanitätern auf dem Gehweg behandelt.

Österreicher als Augenzeuge

Der 23-jährige Thomas Haunschmid aus Viehdorf bei Amstetten ist gerade mit seiner Freundin Anita Lamplsberger, 20, in New York. „Als wir aus einem Geschäft kamen, sahen wir das Durcheinander und das seitlich liegende Auto“, berichtet er dem KURIER. „Vorerst war überhaupt nicht klar, was da passiert ist. Erst als die Polizei die Absperrung errichtete, war uns klar, dass es etwas Dramatisches sein muss.“

Einer der meistbesuchten Orte in New York

Der Times Square in Manhattan, an dem der Broadway die 7th Avenue kreuzt, gehört zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten bei Touristen und ist einer der am meisten bevölkerten Orte New Yorks. In der Gegend liegen Büros, Geschäfte sowie viele Theater, Bars und Restaurants. Den Platz überqueren nach Zählungen der Times Square Alliance täglich rund 300.000 Menschen. An besonders belebten Tagen wurden sogar bis zu 480.000 Fußgänger gezählt.