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Praktikum

UNO-Praktikant schlief aus Geldmangel im Zelt

Der 22-jährige Neuseeländer ist an hohen Mieten in Genf gescheitert.

08/12/2015, 05:28 PM

Weil er sich kein Zimmer leisten konnte, hat ein Neuseeländer während eines UN-Praktikums in Genf im Zelt schlafen müssen. Gezwungen habe ihn niemand, sagte David Hyde am Mittwoch vor Journalisten in der für ihre hohen Preise bekannten Stadt in der Schweiz. "Aber meine Umstände und die Bedingungen für dieses Praktikum machten es zu der einzigen realen Möglichkeit, die ich gesehen habe."

"Kein Gehalt oder Stipendium, keine Zuschüsse für ÖPNV oder Essen, keine Krankenversicherung."

Nachdem eine Genfer Zeitung groß über ihn berichtet habe, wolle er nun aber das Praktikum bei den Vereinten Nationen nach zwei Wochen aufgeben, sagte der 22-Jährige. Dies sei seine freie Entscheidung. Hyde räumte ein, bei dem Bewerbungsgespräch für den begehrten Praktikantenjob gelogen zu haben, als er die Frage bejaht habe, ob er sich Genf leisten könne. Die UNO habe von Anfang an klar gemacht, dass sie nichts zahlen werde: "Kein Gehalt oder Stipendium, keine Zuschüsse für ÖPNV oder Essen, keine Krankenversicherung."

Resolution verhindert Entlohnung

Auch wenn er dies gewusst habe, sei das System an sich nicht "fair", sagte Hyde, der einen Abschluss in internationalen Beziehungen hat. Er rief alle Praktikanten weltweit auf, "auf die Anerkennung unseres Wertes und der gleichen Rechte, die wir verdienen, zu drängen".

Eine Genfer Zeitung hatte den 22-Jährigen kürzlich vor seinem Zelt am Rande des Genfer Sees abgelichtet. Die Mieten in der Schweizer Stadt sind einige der höchsten weltweit. Ein UN-Sprecher hatte am Dienstag in Reaktion auf den Zeitungsbericht gesagt, die UNO würde Praktikanten sehr gerne entlohnen, wegen einer Resolution der Generalversammlung sei es aber nicht möglich. Er forderte die Mitgliedstaaten auf, dies zu ändern.

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