Chronik | Welt
17.06.2018

Moskau: Taxifahrer fuhr auf Gehweg und verletzte sieben Menschen

Behörden gehen von Verkehrsunfall aus. Fahrer gab Übermüdung als Grund an.

Ein Taxifahrer ist in Moskau in eine Menschengruppe gefahren und hat sieben Menschen verletzt. Der Fahrer habe offenbar die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren, erklärte die Polizei am Samstag. Der Vorfall ereignete sich unweit des Roten Platzes. Der Fahrer wurde festgenommen. Das Innenministerium hatte zunächst von acht Verletzten gesprochen, die Zahl dann aber korrigiert.

Bilder des Fernsehsenders CCTV, die sich schnell im Internet verbreiteten, zeigte, wie ein gelbes Taxi in einer Einbahnstraße nach rechts ausschert, um an stehenden Fahrzeugen vorbeizufahren. Dann beschleunigt das Taxi und fährt einige Meter weit über einen belebten Gehweg, bis es gegen ein Verkehrsschild prallt und jäh zum Stehen kommt.

Die Aufnahmen zeigen weiter, wie zwei Passanten versuchen, den Fahrer zu stellen und an der Autotür rütteln. Dem Mann gelang es, das Taxi zu verlassen und wegzulaufen. Die Aufnahmen enden damit, dass eine Gruppe den Mann in einer Seitenstraße der Ilinka-Straße, die auf den Roten Platz mündet, verfolgt. Laut den Behörden handelt es sich um den 28-jährigen Chingiz Anarbek Uulu aus dem mehrheitlich muslimischen Kirgisien, das bis 1991 zur Sowjetunion gehörte.

Laut einem Augenzeugenbericht aus der Polizeiwache gab der Taxifahrer an, seit zwei Tagen pausenlos Fußballfans durch Moskau gefahren zu haben und übermüdet gewesen zu sein. Er habe nach Hause fahren wollen, um zu schlafen und sei versehentlich auf das Gaspedal anstatt auf das Bremspedal getreten. Er sei nach dem Unfall davongelaufen, weil er um sein Leben gefürchtet habe. In Russland findet derzeit die Fußball-Weltmeisterschaft statt.

ITAR-Tass und mehrere weitere russische Nachrichtenagentur hatten zuvor unter Berufung auf die Gesundheitsbehörden in Moskau ebenfalls von acht Verletzten berichtet. Bei sieben Verletzten sei der Zustand "zufriedenstellend", bei einem weiteren "mäßig", wurde ein nicht namentlich genannter Behördenmitarbeiter zitiert.

Die Agentur RIA Nowosti meldete unter Berufung auf Rettungskräfte die Verletzten seien zwei Mexikanerinnen, zwei Aserbaidschaner, zwei Russen und ein Ukrainer. Die mexikanische Botschaft bestätigte die Angaben zu den eigenen Staatsbürgerinnen.