Vor eineinhalb Jahren wurden 43 Studenten in Mexiko entführt.

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Mexiko
02/10/2016

Zweifel an Einäscherung von 43 Studenten

Bei den gefundenen Überresten handle es sich nicht um die vermissten mexikanischen Studenten.

Eineinhalb Jahre nach dem Verschwinden von 43 Studenten in Mexiko hat eine weitere Untersuchung die Zweifel an der offiziellen Darstellung bestätigt, dass die Entführungsopfer auf einer Müllhalde verbrannt worden seien. Bei den im Bundesstaat Guerrero gefundenen menschlichen Überresten handle es sich nicht um die vermissten Studenten, teilte ein Mitglied der argentinischen Forensiker Dienstag mit.

Ungereimtheiten

Fotos und Analysen von Pflanzen auf der Müllkippe in der Stadt Cocula, wo nach Angaben von Bandenmitgliedern die Leichen der Studenten verbrannt worden sein sollen, hätten ergeben, dass es zum fraglichen Zeitpunkt dort kein Feuer gegeben habe. Auch seien die angeblich dort gefundenen Leichenteile, die einem Studenten zugeordnet werden konnten, nur leicht verbrannt.

Zudem sei ein Knochen im Vergleich zu den anderen Leichenteilen aus demselben Plastiksack "ungewöhnlich groß", sagte ein weiterer argentinischer Ermittler. Das Team untersucht im Auftrag der Angehörigen das Verschwinden der Studenten im September 2014.

60 Stunden Feuer für 43 Leichen

Die erste Experten-Untersuchung hatte im vergangenen September nach der Auswertung von Satellitenbildern ergeben, dass es in der betreffenden Region nur an einer Stelle größere Feuer gegeben habe. Es handle sich dabei aber nicht um die Müllhalde in der Stadt Cocula, teilte die Interamerikanische Kommission für Menschenrechte damals mit.

Ende 2015 hatte der damalige Generalstaatsanwalt Jesús Murillo Karam erklärt, die Polizei im südmexikanischen Iguala im Bundesstaat Guerrero habe die 43 Lehramtsstudenten mit Beamten aus dem benachbarten Cocula entführt und sie an die Drogenbande Guerreros Unidos ausgeliefert.

Demnach soll das Feuer 14 Stunden lang gebrannt haben, bevor die Asche in einen Fluss geworfen wurde. Unabhängige Experten kamen aber zu dem Schluss, dass es 60 Stunden gedauert hätte, um die 43 Leichen zu verbrennen.

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