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Chronik Welt
09/18/2012

Mexiko: Massenausbruch aus Gefängnis

Nahe der nordmexikanischen Stadt Acuna konnten 132 Häftlinge über einen Tunnel entkommen.

Spektakulärer Massenausbruch aus einem Gefängnis im Norden Mexikos: 132 Häftlingen gelang am Montag durch einen Tunnel die Flucht, wie die Generalstaatsanwaltschaft bestätigte. Polizei und Armee leiteten mit Hilfe von US-Kollegen eine Großfahndung ein. Bei der Haftanstalt handelt es sich um das Zentrum für soziale Rehabilitierung von Piedras Negras nahe der Stadt Acuna im Bundesstaat Coahuila, der an die USA grenzt.

 Laut der Generalstaatsanwaltschaft von Coahuila gelangten die Gefangenen durch einen 1,20 Meter breiten und sieben Meter langen Tunnel ins Freie, der fast drei Meter unter der Erde liegt. Der Ausgang der Röhre befindet sich demnach am Nordturm der Anlage. Dort durchschnitten die Flüchtlinge einen Drahtzaun, um schließlich einer nach dem anderen auf ein verlassenes Grundstück zu gelangen.

Der Ausbruch am frühen Montagnachmittag (Ortszeit) wurde von den Gefängniswärtern erst eine Stunde später bemerkt, wie die Zeitung "El Universal" berichtete. Als Beweisstücke sicherten die Ermittler unter anderem Teile eines Blackberry-Mobiltelefons und einer SIM-Karte, drei jeweils 1,20 Meter lange Seile, ein Elektrokabel und ein aufgebrochenes Vorhängeschloss. Die Regierung setzte eine Belohnung von 200.000 Pesos (knapp 12.000 Euro) für Informationen aus, die zur Ergreifung eines Gefangenen führen.

Bei der Großfahndung waren Bundespolizei und Soldaten auf Autobahnen und Landstraßen nahe des Gefängnisses im Einsatz. Wie der Generalstaatsanwalt von Coahuila, Homero Ramos Gloria, dem Fernsehsender Milenio sagte, halfen auch US-Grenzschützer bei der Suche nach den Flüchtigen. Unweit der Haftanlage liegt die texanische Stadt Eagle Pass.

Wegen des Massenausbruchs wurden der Gefängnisdirektor, der Sicherheitschef und ein Wachebeamter befragt, wie die Staatsanwaltschaft erklärte. Demnach beantragten die Behörden Haftbefehle gegen die drei. Das Piedras-Negras-Gefängnis ist den Angaben zufolge für 1.000 Insassen ausgelegt, zum Zeitpunkt des Ausbruchs seien 734 Plätze belegt gewesen.

 

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