Chronik | Welt
26.05.2018

#MeToo: Freeman möchte nicht mit Weinstein gleichgesetzt werden

Oscar-Preisträger nahm erstmals zu Vorwürfen sexueller Belästigung Stellung.

Nach Vorwürfen der sexuellen Belästigung hat sich Oscar-Preisträger Morgan Freeman (80) dagegen gewehrt, mit anderen Beschuldigten gleichgesetzt zu werden, etwa dem am Freitag wegen Vergewaltigung angeklagten Produzenten Harvey Weinstein. "Ich gebe zu, dass ich jemand bin, der das Bedürfnis spürt, Frauen und Männer um sich herum wertgeschätzt und entspannt fühlen zu lassen", sagte Freeman.

"Offensichtlich kam das nicht immer so herüber, wie ich es gedacht hatte", räumte der Schauspieler in der Nacht auf Samstag (Ortszeit) ein. Er wolle aber etwas klarstellen: "Ich habe nie eine unsichere Arbeitsumgebung erzeugt. Ich habe keine Frauen angegriffen. Ich habe nie einen Job oder eine Karriere im Gegenzug für Sex angeboten. Jede Aussage, dass ich das gemacht habe, ist komplett falsch."

Grapscher und anzügliche Kommentare

Der TV-Sender CNN hatte am Donnerstag gemeldet, dass acht Frauen über angebliche Belästigungen am Filmset und im Umfeld des Hollywoodstars, etwa in seiner Produktionsfirma, berichtet hätten. Andere Frauen hätten angegeben, dass sie Missverhalten Freemans bei Dreharbeiten oder in anderen Situationen beobachtet hätten. Ihrer Beschreibung nach soll Freeman unter anderem anzügliche Kommentare gemacht und sie begrapscht haben.

"Ich bin erschüttert, dass 80 Jahre meines Lebens davon bedroht sind, untergraben zu werden", sagte der Star aus Filmen wie "Miss Daisy und ihr Chauffeur", "Erbarmungslos" und " Invictus - Unbezwungen", der fünf Mal für einen Oscar nominiert war. Der vierfache Vater, der auch Urgroßvater ist, hat zwei Ehen hinter sich. 2008 trennte er sich nach 24-jähriger Ehe von seiner zweiten Frau Myrna.