Mehrere Millionen Pfund Schaden

Krawalle in England: Der Staat muss sich auf Schadenersatzforderungen gefasst machen.

Der Flächenbrand, den die jugendlichen Randalierer in London und anderen Großstädten Englands angerichtet haben, bedeutet vor allem für ausgeplünderte Geschäftsleute und Privatpersonen, deren Autos und Wohnungen schweren Schaden genommen haben, eine harte Bewährungsprobe. Wer wird ihnen die Ausfälle ersetzen? Wer die kaputt geschlagenen Fensterscheiben bezahlen und die Ausgaben für die Renovierung verwüsteter Läden übernehmen? Wann können sie ihre Geschäfte, an denen die Existenz hängt, wieder öffnen? Antworten darauf gibt es derweil nicht. Auch wenn die Überwachungskameras die Täter oft gefilmt haben und sie mit harten Strafen rechnen müssen, sobald sie gefasst sind.

Ersten Schätzungen zufolge müssen für die Instandsetzung der verwüsteten Straßenzüge zig Millionen Pfund hingeblättert werden. Für ein genaues Schadensbild sei es aber noch zu früh, meinte eine Sprecherin des Versicherungsverbandes ABI. Allzugroß dürfte die Last für diesen Bereich nicht werden: Ein 125 Jahre altes britisches Gesetz besagt, dass die Polizei für Schäden verantwortlich ist, wenn es ihr nicht gelingt, für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Sollte es zu massiven Schadenersatzforderungen an die Polizei kommen, dürfte dies angesichts des drastischen Sparprogramms noch mehr Druck auf die leere Staatskasse ausüben.

Der Verband der Einzelhändler befürchtet, dass sich vor allem kleinere Geschäfte nicht sehr schnell erholen werden. In einigen Fällen dürfte sich eine neuerliche Eröffnung gar nicht mehr lohnen, sagte Verbandssprecher Richard Dodd.

Bei den starken Handelsketten sieht es besser aus: Laut dem größten Einzelhändler Tesco sind mehrere Geschäfte in London und in den anderen Städten zwar angegriffen worden. Mit Ausnahme eines Geschäfts in Liverpool hätten jedoch alle ihre Tore geöffnet. Ähnlich äußerte sich der Lebensmittelhändler Sainsbury.

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( Kurier ) Erstellt am 05.12.2011