Gewittersturm und Hochwasser türmten Autos aufeinander.

© APA/AFP/ROBERT ATANASOVSKI

Mazedonien
08/07/2016

93 Liter Regen pro Quadratmeter: 20 Tote bei Unwetter in Skopje

Zahl der Toten nach Unwetter in Skopje auf mindestens 20 gestiegen. Mehrere Vermisste, über 100 Verletzte.

Ein schwerer Gewittersturm mit stundenlangem Starkregen hat in der mazedonischen Hauptstadt Skopje mindestens 20 Menschen in den Tod gerissen. Das berichtete der stellvertretende Gesundheitsminister Nikola Todorov am Sonntag. Etwa 1.000 Menschen seien in Sicherheit gebracht worden.

Nach dem Unwetter vom Samstagabend würden aber immer noch Menschen vermisst, wie es von den Behörden hieß. Die Zahl der Verletzten soll nach Medienberichten weit über 100 betragen. Mindestens 30 von ihnen wurden in Krankenhäuser gebracht, einige mit lebensbedrohlichen Verletzungen. Über Skopje und die Stadt Tetovo wurde der Ausnahmezustand verhängt.

"Es waren apokalyptische Szenen"

"Es waren apokalyptische Szenen", beschrieben Reporter der örtlichen Zeitung "Telegraf" die Lage: Autos wurden von der Ringautobahn weggeschwemmt, Hubschrauber suchten das Gelände nach Überlebenden ab. Schlamm, umgeknickte Bäume, herausgebrochene Steine überall. Das Dorf Stajkovci ganz am Stadtrand ist besonders schwer getroffen. "Das waren Szenen wie im Katastrophenfilm", schrieb das Blatt in seiner Onlineausgabe. Autos und landwirtschaftliche Maschinen seien wie Spielzeug durch das Dorf gespült worden.

93 Liter Regen pro Quadratmeter

Das Unwetter dauerte etwa fünf Stunden. In dieser Zeit seien 93 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen, bilanzierten die Meteorologen. Das entspricht rund die Hälfte der durchschnittlichen Niederschlagsmenge für den gesamten Monat August. In den Straßen stand das Wasser zum Teil meterhoch. Gebäude brachen zusammen, Erdrutsche setzten Dutzende Autos fest. Viele Autofahrer, die unter Brücken und Unterführungen Schutz vor den Fluten gesucht hatten, saßen durch die Wassermassen wie in einer Falle. Für Sonntagabend waren bereits neue Fluten angekündigt.
In Tetovo im Nordwesten Mazedoniens entstand hoher Sachschaden, Opfer wurden aus der Stadt jedoch nicht gemeldet. Betroffen war auch der Touristenort Ohrid am gleichnamigen See im Südosten des Landes.
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