Chronik | Welt
19.09.2017

"Maria": Nächster Hurrikan trifft die karibischen Inseln

Der Hurrikan "Maria" traf in der Nacht auf Dienstag die Insel Dominica.

Zwei Wochen nach "Irma" (der KURIER berichtete) sind die Inseln in der Karibik erneut von einem Hurrikan der höchsten Kategorie fünf bedroht worden. "Maria" traf in der Nacht auf Dienstag auf der Insel Dominica mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 260 Stundenkilometern auf Land, wie das Nationale Hurrikan-Zentrum der USA (NHC) mitteilte. Auf Guadeloupe und in der Dominikanischen Republik gab es Evakuierungen.

Dabei wurden erste Verwüstungen angerichtet. Auf der Insel Dominica gebe es ersten Informationen zufolge weit verbreitet Zerstörung, zitierte der TV-Sender TeleSur Regierungschef Roosevelt Skerrit in der Nacht auf Dienstag (Ortszeit). Seine größte Sorge für den Morgen seien Nachrichten über Verletzte und mögliche Tote.

Kurs auf Jungferninseln und Puerto Rico

Der Hurrikan habe die ehemalige britische Kolonie "brutal" getroffen. Nach Dominica zog das Zentrum des Sturms nahe an der zu Guadeloupe gehörenden Inselgruppe Saintes vorbei. Dann nahm "Maria" Kurs auf die Jungferninseln und Puerto Rico.

In dem US-Außengebiet könnte der Sturm am frühen Mittwoch auftreffen - es wäre das erste Mal seit 85 Jahren, dass die Insel wieder direkt von einem Hurrikan getroffen wird. Nach seinem Zug über Dominica hatte sich "Maria" zunächst abgeschwächt und war auf die zweithöchste Kategorie 4 herabgestuft worden. Das US-Hurrikan-Zentrum stufte ihn wieder in die höchste Kategorie 5 ein, wie es Dienstag früh (Ortszeit) auf seiner Webseite mitteilte.

Zahlreiche Tote nach "Irma"

Frankreichs Innenminister Gerard Collomb hatte am Sonntag die sofortige Entsendung von 110 zusätzlichen Soldaten des Zivilschutzes und Hunderter weiterer Einsatzkräfte angekündigt. Da Guadeloupe bisher die Logistikzentrale für die Hilfslieferungen an die von Hurrikan "Irma" betroffenen Inseln gewesen sei, rechnete Collomb wegen "Maria" nun mit "großen Schwierigkeiten".

Die Regierungen in Großbritannien, Frankreich und den Niederlanden sehen sich seit dem Durchzug von "Irma" Vorwürfen ausgesetzt, sie hätten zu spät auf das Unwetter in ihren Überseegebieten reagiert. Für Unmut sorgten neben Stromausfällen sowie Trinkwasser- und Lebensmittelengpässen auch Plünderungen. "Irma" hatte vor zwei Wochen in der Karibik schwere Zerstörungen angerichtet. Mindestens 40 Menschen starben. Anschließend wütete der Hurrikan im US-Bundesstaat Florida.

Nach neuen Angaben vom Montag starben dort mindestens 50 Menschen infolge des Hurrikans. Auf dem Festland von Florida seien 34 Menschen durch "Irma" ums Leben gekommen, teilten die Behörden mit. Bei dieser vorläufigen Bilanz wurden allerdings nicht die Opfer auf den Keys mitgezählt; auf der Inselkette vor Florida starben nach Angaben der zuständigen Bezirksverwaltung mindestens acht Menschen. Auch die acht Menschen, die in einem Altersheim bei Miami wegen Stromausfalls infolge des Sturms starben, wurden in der vorläufigen Bilanz noch nicht mitgezählt.

Die Hurrikan-Saison 2017

"HARVEY" trifft am 25. August auf die Ostküste des US-Bundesstaates Texas und setzt weite Landstriche unter Wasser, darunter die viertgrößte US-Metropole Houston. Der Wirbelsturm zerstört Tausende Häuser, Dutzende Menschen sterben. Nach ersten Schätzungen könnte der Hurrikan zur teuersten Naturkatastrophe in der US-Geschichte werden.

"IRMA" folgt knapp zwei Wochen später, trifft auf der kleinen Insel Barbuda erstmals auf Land und schlägt zunächst eine Schneise der Verwüstung durch die Karibik. Mehr als 30 Menschen kommen dort ums Leben. Wenige Tage später hat der Hurrikan den US-Staat Florida erreicht und reißt weitere Menschen in den Tod. Mehr als 100 000 Menschen harren in Notunterkünften aus.

"MARIA" richtet am 18. September auf der Karibikinsel Dominica Verwüstungen an. Der Hurrikan bewegt sich anschließend westlich in Richtung der Jungferninseln. Die Windgeschwindigkeiten erreichen mehr als 250 Kilometer pro Stunde. Im weiteren Verlauf bedroht der Hurrikan unter anderem das US-Außengebiet Puerto Rico. Es wäre das erste Mal seit 85 Jahren, dass die Insel direkt von einem Hurrikan getroffen wird.