Chronik | Welt
17.03.2016

Luftverschmutzung: London schickt Tauben auf Patrouille

Corbyn: 40.000 Briten sterben an schlechter Luft. Vögel mit Sensoren ausgestattet.

In London wachen Tauben künftig über die Luftverschmutzung. Ausgestattet mit einem GPS-Sender und federleichten Sensoren nahm die ungewöhnliche Luftpatrouille am Mittwoch ihre Arbeit auf, wie die Initiatoren mitteilten. Während ihrer Flüge messen sie stetig den Gehalt von Ozon, Stickstoffdioxid und Feinstaubpartikeln in der Luft.

Ihre Daten lassen sich in Echtzeit auf der Internetseite pigeonairpatrol.com verfolgen.

Französisches Start-up hatte Idee

Hinter der Initiative stehen der Gründer des französischen Startups Plume Labs, Romain Lacombe, und sein Mitstreiter Pierre Duquesnoy von DigitasLBi. Nach ihren Vorstellungen sollen sich neben den Tauben künftig auch hundert Londoner mit speziellen Messgeräten an dem Projekt beteiligen. Die Plätze stehen über Crowdfunding für umgerechnet 100 bis 126 Euro zum Verkauf. Bis Mittwochnachmittag hatten sich bereits mehr als 60 Interessierte einen Platz gesichert.

London Schlusslicht in Europa

Unter allen europäischen Hauptstädten weist London die höchste Stickstoffdioxidbelastung auf. Oppositionsführer Jeremy Corbyn ging deshalb am Mittwoch im Parlament scharf mit Premierminister David Cameron ins Gericht. Er wies auf Studien hin, dass jedes Jahr 40.000 Briten aufgrund der Luftverschmutzung sterben.