Lewinsky beim Forbes-Gipfel

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USA
10/21/2014

Lewinsky tritt in die Öffentlichkeit

Erstmals sprach die Ex-Praktikantin über ihre Affäre mit Clinton und will nun Mobbing-Opfern helfen.

Ich war in meinen Chef verliebt. Ich war 22. Das passiert. Aber mein Boss war der Präsident der Vereinigten Staaten". Mit diesen Wort trat die bekannteste Ex-Praktikantin der Welt auf die Bühne einer Forbes-Veranstaltung in Philadelphia. Sie sei überdurchschnittlich romantisch veranlagt gewesen, sagte Monica Lewinsky bei einem ihrer äußerst seltenen öffentlichen Auftritte bei dem "30-unter-30"-Gipfel. Sie bereue es zutiefst aus vielen Gründen. Vor allem, weil Menschen verletzt worden seien. "Das ist niemals in Ordnung", so die heute 41-Jährige.

Verletzt wurde besonders auch sie selbst, bei der glamourösen Gala erzählte sie von der Welle an Demütigungen, die durch die Affäre mit Bill Clinton vor 16 Jahren über sie hereinbrach. "Über Nacht wurde ich von einer nicht öffentlichen Person zu einer geächteten Figur", sagte sie. Sie sei Patient Zero" gewesen - einer der ersten Menschen, deren Ruf weltweit durch das Internet zerstört wurde. Nun will sie anderen Opfern von Cyberbullying und Mobbing helfen, dieses schändliche Spiel zu überleben.

"Ich möchte sterben"

"Es gab damals noch kein Facebook, Twitter oder Instagram”, sagte Lewinsky, wenn sie ans Jahr 1998 zurückdenkt. "Aber es gab Klatsch-, Unterhaltungs- und News-Seiten mit Kommentarspalten, und auch Mails konnten schon weitergeleitet werden." Sie habe damals auf den Bildschirm gestarrt, und den ganzen Tag gerufen: "Oh Gott, ich kann nicht glauben, dass sie das schreiben" oder "Das ist so aus dem Zusammenhang gerissen". Das seien damals die einzigen Gedanken gewesen, die das unbarmherzige Mantra in ihrem Kopf unterbrochen hätten, das ihr sagte: "Ich möchte sterben."

Damals sei eine öffentliche Monica entstanden, "die Frau wurde geboren, diese Kreatur der Medien-Lagune. Ich verlor meinen Ruf, ich wurde öffentlich identifiziert als jemand, den ich nicht kannte. Und ich verlor mein Gefühl für mich selbst - verlor es oder wurde bestohlen - auf bestimmte Art war es der Diebstahl meiner Identität." Sie selbst sei Überlebende, sagte Lewinsky. "Nun will ich mein Leiden in etwas Gutes verwandeln und meiner Vergangenheit Sinn verleihen".

Das Publikum auf der Veranstaltung reagierte mit langen Standing Ovations. Auch sonst scheint Lewinsky Frieden mit der Öffentlichkeit und auch dem Internet geschlossen zu haben. Sie ist am Montag Twitter beigetreten und hat jetzt schon über 51.000 Follower. Auf der Kurznachrichtenplattform bedankte sie sich für die Unterstützung, sie sei überwältigt. In ihrer Twitter-Selbstbeschreibung steht, sie sei soziale Aktivistin, Rednerin und Strickerin von Dingen ohne Ärmeln.

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