© Screenshot Youtube

Lagarfljótwurm
10/03/2014

Islands "Nessie": Wurm-Monster für echt erklärt

Der 90 Meter lange Lagarfljótwurm soll tatsächlich existieren, sagt die "Wahrheitskommission". Aber auch die ist umstritten.

Was den Schotten ihre Nessie, ist den Isländern ihr Lagarfljótwurm: Seit Jahrhunderten ranken sich die Mythen darum, dass im idyllischen Lagarfljót-See ein Monster hausen soll. Im Jahre 1345 sei das Untier erstmals gesichtet worden, seither spricht man davon, dass es bis zu 90 Meter lang sei – und seither wechseln sich auch die Sichtungen mit Expertenurteilen darüber ab, ob das Monster echt sein könne.

Gefilmt hatte das Monster lange Zeit niemand. Erst vor zwei Jahren gelang es dem Landwirt Hjortur Kjerulf, das kamerascheue Tier doch vor die Linse zu bekommen: Er filmte die Seeschlange – so sie eine ist – durch sein Küchenfenster. Seither rätseln ganz Island und mit dem Inselvolk die Leser vieler ausländischer Medien, was denn das viele Meter lange Ding sein könnte, das sich da elegant durchs Wasser bewegt. Auch auf Youtube hat es das Filmchen des Isländers zu einiger Berühmtheit gebracht, mehrere Millionen Klicks zeugen vom Interesse der Internetgemeinde am vermeintlich Übernatürlichen.

Der Lagarfljótwurm in Aktion

Ob das Tier nun aber wirklich der Sage entsprungen ist oder ob es sich möglicherweise nur um eine gekonnt platzierte Tourismuswerbung für den 35 Kilometer langen Lagarfljót-See handelt, hat nun eine eigens dafür eingesetzte „Wahrheitskommission“ untersucht; schließlich war von der Gemeinde Fljótsdalshérad für die filmische Ergreifung des Lagarfljótwurm auch eine Prämie ausgelobt gewesen. Diese hat Hobbyfilmer Kjerulf nun einstreifen dürfen. Die Kommission hat die Echtheit des auf Video gebannten Phänomens bestätigt, der isländische Landwirt ist nun um 500.000 Kronen (also etwa 3750 Euro) reicher, wie die Iceland Review berichtet.

Zweifel am Expertentum

Restlos geklärt ist die Existenz des Seeungeheuers damit aber auch nicht. Denn auch an der Zusammensetzung der Kommission hat so mancher seine Zweifel: Vier Mitglieder des 13-köpfigen Gremiums sitzen nämlich auch im örtlichen Gemeinderat; die restlichen Experten sind im Brotberuf Pfarrer, Landschaftsarchitekt, Biologe, Spezialist für Volkssagen oder Experte für Paranormales. Man vermutet einen PR-Gag hinter dem Preis, schließlich hätten die meisten der Mitglieder etwas mit Tourismus am Hut.

Das sieht man in Fljótsdalshérad nicht so streng. Beim Votum ging es nur darum, das Video für echt zu erklären – dass der Wurm im See authentisch sei, davon seien ohnehin alle Gremiumsmitglieder überzeugt gewesen. „Die einen glauben, es ist eine Seeschlange, die schon seit Ewigkeiten in dem Gewässer lebt. Die anderen denken, es ist eher ein Geist, der mal da ist und dann wieder verschwindet", sagt der Sprecher der Kommission, Stefán Bogi Sveinsson.

Ausländische Experten halten die Existenz einer so großen Seeschlange allerdings für unwahrscheinlich. Die Daily Mail etwa zitiert einen Experten, der die Schlage für einen Roboter hält – andere Erklärungen besagen, es sei schlicht ein gefrorenes Fischernetz, das durchs Wasser treibe. Den Isländern wird das recht egal sein – sie glauben schließlich auch mehrheitlich an die Existenz von Elfen.

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