Chronik | Welt
06.07.2017

Kinderporno-Netz ausgehoben: Sexuelle Übergriffe in Österreich

Die Plattform wurde unter dem Namen "Elysium" betrieben. Die Behörde ermittelt wegen massiver sexueller Übergriffe in Österreich.

Deutsche und österreichische Ermittler haben eine Darknetplattform zum Austausch von Kinderpornografie auffliegen lassen. Insgesamt sollen 90 000 Mitglieder hier Bilder und Videos miteinander geteilt haben, auf denen der sexuelle Missbrauch von Kindern zu sehen ist. Die Behörde ermittelt wegen massiver sexueller Übergriffe in Österreich, hieß es. 29 Opfer wurden insgesamt bisher identifiziert, weitere Ermittlungen in beiden Ländern laufen.

U-Haft über Betreiber verhängt

Die Plattform, 2016 gegründet, wurde unter dem Namen "Elysium" betrieben, der mutmaßliche Betreiber ist ein 39-jähriger Mann aus dem hessischen Landkreis Limburg-Weilburg. Er sei bereits am 12. Juni festgenommen worden und befinde sich seither in Untersuchungshaft, teilte laut Süddeutscher Zeitung die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main mit.

14 Verdächtige in Deutschland und Österreich wurden bereits ausgeforscht und teils auch festgenommen. Ihnen wird neben der Verbreitung von Kinderpornografie zum Teil auch schwerer sexueller Missbrauch von Kindern vorgeworfen. Weitere Details wollen das deutsche BKA in Wiesbaden sowie das Bundeskriminalamt (BK) in Wien am Freitag zeitgleich auf zwei Pressekonferenzen bekanntgeben. In Wien soll es dabei vor allem um sexuelle Missbrauchsfälle gehen.

Darknet

Über das Darknet tauschten die Mitglieder den Angaben zufolge weltweit kinderpornografische Bild- und Videodateien aus oder verabredeten sich zum sexuellen Missbrauch von Kindern - auch in Österreich. Die Ermittler stießen demnach auf Aufnahmen schwersten sexuellen Missbrauchs auch von Kleinkindern. Nutzer konnten dank starker Verschlüsselung völlig anonym kommunizieren. Das Darknet ist ein Teil der Internets.

Anders als das bekannte Internet wird das Darknet nicht von Google erfasst und lässt sich daher nicht vergleichbar durchsuchen. Webseiten-Adressen sind dort nur eine lange Abfolge von Zahlen und Buchstaben, die der Nutzer bereits kennen oder über verschlüsselte Chats beziehungsweise Darknet-Suchdienste recherchieren muss.