"Ich bin Ahmed": Trauer um toten muslimischen Polizisten

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Foto: Twitter Die Attentäter erschossen auch einen Polizisten, der Moslem war.

Durch die Hand der Terroristen starb auch ein Moslem: Der Polizist Ahmed stellte sich ihnen in den Weg und wurde erschossen.

Ich bin nicht Charlie, ich bin Ahmed, der tote Polizist. Charlie hat sich über meinen Glauben lustig gemacht und ich bin gestorben, weil ich sein Recht verteidigt habe, dies zu tun", schreibt der belgisch-libanesische Aktivist Dyab Abou Jahjah auf Twitter. Es ist einer von unzähligen Tweets mit dem Hashtag #JesuisAhmed.

Nicht alle sind derzeit nur Charlie. Manche sind auch Ahmed – in Verbeugung vor dem muslimischen Polizisten, der in Paris von den Terroristen unmittelbar nach ihrem Anschlag auf Charlie Hebdo getötet wurde.

Mit seinem Fahrrad auf Patrouille unterwegs, zog er seine Waffe, als sich das schwarze Auto mit den Attentätern näherte. Gegen die schwer bewaffneten Täter hatte Ahmed allerdings keine Chance. Das Video seiner Ermordung ging um die Welt: Schon verwundet lag der Franzose mit nordafrikanischen Wurzeln am Boden. Vor seinem Tod soll er noch mit den Tätern gesprochen haben. "Willst du uns töten", sollen sie gefragt haben. Ahmed antwortete: "Nein, ist schon ok, Chef." Die Terroristen schossen trotzdem. Diesmal direkt auf seinen Kopf.

All das ist im Internet explizit zu sehen. Ein Anrainer filmte ein Video, das Medienunternehmen wegen seiner Brutalität nicht in vollständiger Länge zeigen. Seit seinem Tod häufen sich die Würdigungen auf Twitter und Facebook für ihn und den zweiten toten Polizisten mit Vornamen Franck, der als Leibwächter des Chefredakteurs Stéphane Charbonnier sein Leben ließ. Für ihn kursiert auch der Hashtag #JesuisFranck.

Twitter trauert: eine Auswahl

Anm.: Dyab Abou Jahjah ist ein politischer Aktivist, der nicht unumstritten ist. 2002 war er wegen gewaltsamen Demonstrationen in Haft.

(KURIER) Erstellt am
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