Nach Angaben des Fukushima-Betreibers Tepco wird es noch bis zu 40 Jahren dauern, bis das Kraftwerk vollständig gesichert ist. Rund 20.000 Arbeiter halfen bisher, die Reaktoren unter Kontrolle zu bringen.

© Reuters/ISSEI KATO

Nach Fukushima
07/05/2013

Japan will Atomreaktoren hochfahren

Japan plant, den Betrieb stillgelegter Atomreaktoren wieder zu erlauben. Die Kraftwerk-Betreiber atmen auf.

Die japanische Regierung weicht den nach dem Reaktorunglück von Fukushima im März 2011 beschlossenen Atomausstieg weiter auf. Ab kommendem Montag, den 8. Juli, nimmt Nationale Atomregulierungsbehörde NRA Anträge von Betreibern entgegen, die ihre Atomreaktoren wieder in Betrieb nehmen wollen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Unter den Antragstellern wird sich mit TEPCO auch der Betreiber des havarierten Kraftwerks Fukushima I befinden. Geht es nach TEPCO, so sollen zwei der sieben Reaktoren des gut 200 Kilometer nördlich der Hauptstadt Tokio gelegenen Atomkraftwerks Kashiwazaki-Kariwa ehestmöglich wieder ans Netz gehen.

Insgesamt wurden nach der Fukushima-Katastrophe 48 Atomreaktoren von neun Betreibern stillgelegt. Um die Energieversorgung des Landes sicherzustellen, musste die japanischen Regierung innerhalb eines Jahres um umgerechnet 185 Milliarden Euro fossile Brennstoffe importieren. Durch den erhöhten Ölbedarf zur Stromerzeugung stiegen auch die Treibstoffpreise im Land. Kosten, die man sich gerne sparen will und dafür den eigentlich für spätestens 2040 angepeilten Komplettausstieg aus der Atomenergie nicht mehr mit aller Härte vorantreibt.

Fukushima: Zu Gast im Schrottreaktor

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Das wiederum freut insbesondere die japanischen Atomkraftwerk-Betreiber, die durch die Stilllegungen bis Ende März insgesamt gut 12,4 Milliarden Euro Verlust erwirtschaftet haben. Alleine durch TEPCOs Ankündigung, den Teilbetrieb des Kraftwerks Kashiwazaki-Kariwa zu beantragen, stiegen die Aktien des Unternehmens am Mittwoch um satte 19 Prozent. Um die Betriebserlaubnis zu erhalten, müssen die Betreiber allerdings neue, verschärfte Sicherheitsstandards erfüllen.

So müssen die betroffenen Kraftwerke etwa den Tsunamischutz verstärken und mindestens 100 Meter von den Reaktoren entfernt ein zweites Kontrollzentrum bauen, um die nötige Kühlung im Unglücksfall gewährleisten zu können. Zusätzlich müssen verbesserte Filteranlagen eingebaut werden.

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