Chronik | Welt
09.06.2017

Italienische Impfgegner wollen Asyl in Österreich

Südtiroler Eltern weigern sich, ihre Kinder impfen zu lassen und wenden sich an Alexander Van der Bellen.

Eine italienweite Impfflicht für Schuldkinder ist am Donnerstag in Kraft getreten. Impfgegner demonstrieren seitdem verstärkt gegen die Impfflicht.

Nun haben 130 Südtiroler Familien schriftlich angekündigt, Asyl in Österreich beantragen zu werden, um der Impflicht zu umgehen. Damit ihre Kinder nicht geimpft werden müssen, wandten sich die Südtiroler Eltern schriftlich an den Präsidenten Italiens, Sergio Mattarella sowie an Alexander Van der Bellen und an den Menschenrat der Vereinten Nationen in Genf.

Verletzung der Rechte

„Wir werden unsere Kinder nicht vergiften“ sagt Reinhard Holzer, ein Aktivist der Eltern-Initiative „Ökokinderrechte Südtirol“. Asyl beantragen können nicht nur Menschen, die vor einem Krieg flüchten, sondern auch diejenigen, die ihre Rechte verletzt sehen, argumentiert Holzer. Falls die Impfflicht nicht eingehalten wird, drohen den Eltern Strafen bis zu 7.500 Euro und sogar der Entzug des Fürsorgerechts. Außerdem sollen nicht geimpfte Kinder nicht in Kindergärten und Vorschulklassen aufgenommen werden.

Die Region Südtirol hat die höchste Rate an Impfverweigerungen in Italien. In den meisten europäischen Ländern, so auch in Österreich, gibt es keine Impfpflicht. Jedoch versucht das Österreichische Gesundheitsministerium, die Impfrate zu erhöhen.