© EPA/FRANCO LANNINO

Italien
06/23/2014

Razzia klärt über 100 Jahre alten Mordfall

Einen besonderen Coup konnte die italienische Polizei im Kampf gegen die Mafia landen.

Dass die Operation "Apokalypse" ein großer Schlag sein würde, war schnell klar: 95 Personen sind am Montag in Palermo im Rahmen der groß angelegten Razzia gegen die Mafia festgenommen worden. Gefasst wurden mehrere Bosse, die unter anderem für die Erpressungen von Kaufleuten und Baufirmen verantwortlich gemacht werden, berichteten italienische Medien am Montag. Auch Grundstücke und Immobilien im Wert von mehreren Millionen Euro wurden beschlagnahmt. "Wir haben der Cosa Nostra in Palermo einen schweren Schlag versetzt", sagte der Staatsanwalt von Palermo, Vittorio Teresi.

Dass die Aktion aber auch einen mehr als hundert Jahre alten Mordfall lösen würde, war eine Überraschung: Der New Yorker Polizist Joe Petrosino, der zu Ermittlungen nach Sizilien gereist war, wurde im Jahr 1909 von einem Mafia-Killer ermordet. Am Montag wurde nämlich auch der 29-jährige Domenico Palazzotto verhaftet. Er brüstet sich auf Tonband-Aussagen damit, dass sein Onkel Paolo den US-Polizisten auf Befehl von Boss Vito Cascio Ferro erschossen habe. Zwar wurde nach dem Mord Klage gegen mehr als zwei Dutzend Verdächtige erhoben. Doch sie wurden alle 1911 aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Palazzotto starb 1958. Der Polizist Joe Petrosino, ein Freund von US-Präsident Theodore Roosevelt, wurde nach dem Mord mit Staatsakten in Italien und den USA gewürdigt.

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