Chronik | Welt
05.09.2017

Italien: Genua hat ein Wildschwein-Problem

Die Stadtverwaltung will nun Tiere abschießen lassen.

In der Hafenstadt Genua herrscht Wildschwein-Alarm. Die Tiere haben sich in den vergangenen Jahren stark vermehrt und seien für die Bevölkerung gefährlich geworden, berichteten italienische Medien. Die Gemeinde beschloss daher, dass Wildschweine im städtischen Raum getötet werden können.

Die Stadt will laut Medienberichten auch eine Aktion zur Sterilisation der Tiere starten. Wer Wildschweine füttert, muss mit einer Strafe von 50 Euro rechnen. 470 Wildschweine wurden zuletzt von der Polizei in Genua gemeldet. Immer öfters werden sie auch im Stadtzentrum sowie unweit des Bahnhofes Brignole gesichtet. Drei Motorradfahrer mussten im Krankenhaus behandelt werden, nachdem sie mit Wildschweinen kollidiert waren. Ein Taxifahrer hatte kürzlich eine Wildschweinmutter mit ihren Jungen überfahren, als diese die Straße überquerten.

Wildschweine sind in mehreren Teilen Italiens ein Problem. Pläne der Region Toskana, 250.000 Tiere zu töten, haben in den vergangenen Monaten für heftige Proteste gesorgt. Umweltschützer und eine Reihe von Prominenten, darunter italienische Fernsehstars, Künstler und Intellektuelle, riefen eine Kampagne gegen die geplante Tötung der Tiere ins Leben.

Die Toskana sei derzeit gezwungen, jährlich Entschädigungen in der Höhe von 2,5 Millionen Euro an Landwirte zu zahlen, um von Wildschweinen verursachte Schäden auszugleichen, berichteten Experten. Die Anzahl der Tiere in der Toskana sei vier Mal höher als im italienischen Durchschnitt.